Traden lernen - Dein kostenloser Daytrading Kurs für Anfänger

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von Georg Hartmann
Mein Stil: Swing, Day, Volume. Mein Motto: Börsenerfolg ist ein Handwerk, keine Wissenschaft. Wer ein Meister werden will muss jahrelang lernen, üben, anwenden und dann wieder von vorn anfangen.

Eine Empfehlung vorweg - Wer wirklich ernsthaft das Trading erlernen möchte, der sollte sich diesen umfangreichen Kurs anschauen: Das von TradingFreaks ist eine auf 12 Monate ausgelegte Online Trading Ausbildung für Anfänger und Fortgeschrittene. Mit über 50 Videomodulen, Trading Forum, Trade Ideen, Trading Tools und einer Community gleichgesinnter Trader erlernst du eine erprobte, profitable Trading-Strategie.

Du willst zwar sofort loslegen, kannst dir aber keine 2.000 - 3.000 Euro für eine All-In-One-Ausbildung leisten? Dann ist die von Manuel Ott etwas für dich. Er bietet dir einen sehr kostengünstigen Einstieg in das professionelle Trading und begleitet dich ganz flexibel vom Beginner-Dasein bis zum Premium-Trader.

Willst du "nur" erstmal einen umfangreichen theoretischen Unterbau zum Thema Trading und Daytrading, dann ist mein Artikel genau das Richtige für Dich:


Traden lernen

Den Traum vom selbständigen Arbeiten, flexibler Zeiteinteilung und hohen Einkommen haben sehr viele Menschen. Einige wenige leben diesen Traum – sie sind professionelle Trader.

Viele Trading-Anfänger wünschen sich, dass sie es ebenfalls schaffen, allein durch den kurzfristigen Handel an der Börse genug Geld zum Leben zu erwirtschaften. Doch wer ganz am Anfang steht, ist mit sehr vielen Problemen konfrontiert. Das (zu Beginn) schwierigste Problem ist wohl:

Wie um alles in der Welt soll man denn bei dem "Spiel der Spiele" regelmäßig Gewinne erzielen?

Genau um diese und viele weitere Fragen soll es im folgenden Beitrag gehen. Doch beginne ich zunächst mit den unterschiedlichen Möglichkeiten, die sich dem Daytrading-Anfänger bieten, um sich umfassend zu informieren. Denn so ausführlich dieses Buch auch sein mag, es reißt das Thema nur theoretisch an. Um zu einem erfolgreichen professionellen Trader (oder Daytrader) zu werden muss man bereit sein, immer wieder Neues zu lernen und auch alte Gewohnheiten, bzw. altes Wissen zu hinterfragen, sowie zu aktualisieren.

Daytrading kostenlos lernen?

Kann man Daytrading kostenlos lernen? In Zeiten von Internet und YouTube-Tutorials kommen die meisten Einsteiger auf die Idee, sie könnten sich einfach ein paar Videos und Artikel im Netz heraussuchen und wären dann für alles gerüstet. – Ein fataler Fehlglaube. Zwar gibt es mittlerweile viele teilweise sehr gute kostenlose Tutorials, aber sie können nie eine richtige Trading-Ausbildung ersetzen.

Es gehört schon ein wenig mehr dazu als das, was bei YouTube und Co. hochgeladen wird. Würde man bereits durch das dort vermittelte Wissen genug aufnehmen und verwerten können, müsste man bei vielen (CFD-)Broker-Werbeanzeigen nicht diesen Warnhinweis lesen:

75% der Konten von Privatanlegern verlieren Geld, wenn sie mit dieser Gesellschaft handeln.

Das sind dann alle diejenigen die geglaubt haben, sie könnten nach ein paar Tutorials und mit vorgefertigten Strategien plötzlich zu Supertradern werden. In einer guten Ausbildung werden schließlich noch viel mehr Aspekte beleuchtet als "Nimm diesen Broker, lade diesen Indikator und verdiene Geld". Das kann nur ein guter Coach, oder viel fachspezifische Literatur leisten. Und das kostet auf jeden Fall Geld!

Niemand würde wohl glauben er könne allein durch Videos oder einen kleinen Ratgeber plötzlich ein Haus richtig mauern. Oder eine Rakete bauen. Ich selbst habe mal in einem Buch gelesen, wie man eine Boing 747 landet. – Aber könnte ich damit die Pilotenausbildung erfolgreich abschließen? Diese Frage muss ich wohl nicht ernsthaft beantworten…

Abgesehen davon, sollte man auch die Zeit des Lernens nicht unterschätzen. Es kann Jahre dauern, bis genügend Wissen und Erfahrung gesammelt wurden, um kein Geld mehr zu verlieren. – Ja, ich sagte "Jahre" und "Geld verlieren". Denn aus eigener Erfahrung würde ich einem Anfänger mindestens diese zwei Dinge mit auf den Weg geben:

  1. Jede GUTE Ausbildung kostet Geld. Du musst bereit sein in neues Wissen und Fähigkeiten zu investieren, sonst macht es keinen Sinn weiter zu machen. Und:
  2. Anfangs mit einem Demokonto zu starten ist vollkommen richtig und in Ordnung. Man sollte allerdings möglichst schnell auf ein Echtgeldkonto wechseln: Die persönliche Entwicklung hin zum erfolgreichen Trader beschleunigt sich tatsächlich erst mit ECHTEM Geld!

Warum ist das so? Weil man in einem Demokonto zwar Strategien wunderbar testen kann, aber es fehlt ein wichtiger Aspekt: Die ANGST. ANGST Geld zu verlieren. ANGST zu versagen. ANGST, dass der Trade im Verlust endet und das Konto schrumpft. Das lässt sich nur mit echtem Verlust trainieren.

Das bedeutet jedoch auch: Auf dem Weg zum erfolgreichen Daytrader wird es eine Phase geben, die durch reale monetäre Verluste geprägt ist. Dieses Geld MUSS eingeplant werden und ist auf nimmer wiedersehen verschwunden. Es ist das Lehrgeld, welches man auf jeden Fall zahlt. Es ist also definitiv nicht kostenlos möglich Trader zu werden.

Frage dich nicht, OB du beim Trading Geld verlierst, sondern WIE VIEL!

Wer also allen Ernstes als Daytrader Geld verdienen möchte, der MUSS neben (sehr viel) Zeit auch Geld in seine Ausbildung stecken. Hier sind einige Möglichkeiten, die über dieses Buch hinausgehen:

Trading Bücher

Trading-Bücher sind die beste Möglichkeit mit dem systematischen Lernen zu beginnen. Hier kann man in eigener Geschwindigkeit alle Grundlagen aufnehmen, die später für das Trading notwendig sind.

Welche Bücher sollte man lesen?

Da Daytrading nichts anderes ist als eine Unterart des technischen Tradings, sollte man sich zuallererst um die Basics bemühen: Technische Analyse/Charttechnik. Das Verständnis darüber, wie Kurse gebildet werden, was Trends sind, wie man Kurse darstellt und korrekt liest und was alle diese Zahlen, Striche, Wellen und Indikatoren bedeuten gehört zum absoluten Grundwissen eines jeden Trading-Studenten. Es ist wie das ABC des Erstklässlers: Darauf baut ALLES auf.



John Murphy – Technische Analyse der Finanzmärkte

Ein absolutes Standartwerk für die Charttechnik ist John Murphys "Technische Analyse der Finanzmärkte". Auf ganzen 656 Seiten lernt der interessierte Leser alles, was er für die richtige (technische) Sicht auf die Charts wissen muss. Der eine oder andere mag vielleicht vor dem für den deutschen Büchermarkt ungewöhnlich hohen Preis von 49,90 Euro zurückschrecken, doch das Geld ist das Buch tausendfach wert. Hier bleiben keine Fragen offen: neben Grundlagen, wie populäre Theorien (z.B. Random-Walk), Darstellungen und Indikatoren/Oszillatoren wird auch detailliert auf fortgeschrittene Formationsanalyse, automatisiertes Handeln und Geld-/Positionsmanagement eingegangen.

Allein damit wird ein sehr großer und wichtiger Aspekt des (Day-)Tradings abgedeckt: die Technik. Dieses Buch ist also das absolute Muss für jeden Einsteiger.

THEORETISCH ließen sich alle Informationen kostenlos im Internet finden. Doch ganz ehrlich: Wer hier bereits strauchelt und zu Gunsten von 50 Euro lieber unzählige Stunden Informationen zusammensuchen möchte, der hat einen sehr wichtigen Teil des Tradings noch nicht verstanden.

Michael Voigt – Das große Buch der Markttechnik

Auf der Suche nach Qualität im Trading. Die "teaching Novel" von Michael Voigt ist ebenfalls ein absolutes Standardwerk und einer meiner größten Schätze im Regal. Während Murphy in seinem Buch in einem Kapitel grundlegend beschreibt (die DOW-Theorie), hat Voigt der Markttechnik ein ganzes Buch gewidmet. Nein, eigentlich sogar zehn! Denn das große Buch der Markttechnik ist nur das erste aus einer Serie, das mit der Technik beginnt, und alle Aspekte eines Trades beinhaltet. Dank Romanteil wird die reine Lehre etwas aufgelockert, und es können Bereiche beleuchtet werden, die nicht auf der reinen Chart-Lehre beruhen.

Leider ist der Romanteil vom Erzählstil her etwas holprig und die Geschichte ein wenig… langweilig. Aber das ändert sich ab dem ersten der acht weiteren Romane grundlegend. Die in den restlichen Büchern beschriebenen Geschichten und Überlegungen sind oft so philosophisch und verworren, dass man gewisse Teile gleich zwei oder dreimal lesen muss, um möglichst viel Informationen zu erfassen.

Es lohnt sich aber, sich hier durch zu ARBEITEN. Für mich war es eines der hilfreichsten Bücher zum Thema Trading.

Norman Welz - Tradingpsychologie – So denken und handeln die Profis

Der Bereich Psychologie ist ein absolutes Kernthema des Tradings. Auch – nein - VOR ALLEM beim Daytrading darf dieser Punkt nicht fehlen! In nur wenigen anderen Disziplinen ist man emotional mehr gefordert als beim Handel an der Börse. Das wird jedoch von den allermeisten Laien gnadenlos unterschätzt! Ein Trader muss zu Beginn seiner Ausbildung sehr viele Dinge komplett neu lernen und denken, um auf dem Parkett zu bestehen. Wenn unbedarfte Trader beginnen, tappen sie alle in dieselbe Falle: die Abgründe der eigenen Psyche und Fehlverhalten dank "logischem Menschenverstand". Norman Welz schafft es sehr detailliert, die psychische Grundstruktur von erfolgreichen Tradern darzustellen und Tipps zu geben. Er selbst ist seit Jahren Trader, man erfährt auch vieles aus seinem eigenen Werdegang.

Die 34,99 Euro für dieses Buch ist sehr gut angelegt und man kann es immer wieder zur Hand nehmen, wenn mal wieder einer der Tage kommt, wo Zweifel an der ganzen Sinnhaftigkeit des Tradings aufkommt! Es ist ein Lehrbuch, ein Wegweiser und ein Ratgeber in der emotionalen Not.

John F. Carter – Das große Buch des Swing- und Daytradings

Ich muss gestehen, dass ich das Buch selbst noch gar nicht gelesen habe. Doch mein Blick ins Buch war sehr vielversprechend. Nachdem Grundlagen und Psychologie bereits einverleibt sind, kann eine praktisches Buch nicht schaden!

Auf über 230 Seiten (Teil 2 des Buchs) lernt der Trader insgesamt 11 Strategien, die ausführlich beschrieben werden. Für Trading-Anfänger kann es vielleicht ein Level zu hoch sein, aber wie heißt es so schön: Man wächst mit seinen Aufgaben.

VORSICHT SCAM: Bücher, die man sich sparen kann

Es gibt auch viele Bücher, die einfach keine Daseinsberechtigung haben. Mir ist bei der Recherche aufgefallen, dass ein Anbieter von Finanzbüchern schöne Titel und moderne Buchcover anbietet, die Bücher sind über 500 Seiten schwer. Doch es steht – entgegen der Vermutung laut Titel - nur allgemeines Bla-Bla, maximal 10% des Buches widmet sich dem eigentlichen Thema. Schlimm ist, dass dieser SCAM sogar Bestseller Nr. 1 in den (vollkommen falschen) Kategorien ist. Die Sternebewertungen sind durchweg gut (= gekaufte Meinungen?) und es sind auch nicht nur 3, oder 4, es sind teilweise über 100 Bewertungen! Seien Sie hier vorsichtig! Schauen Sie deshalb immer erst ins Buch und machen Sie sich ein Bild!

Online Trading-Ausbildung

Es lohnt sich ebenfalls, sich nach Kursen oder Ausbildungsinhalten umzuschauen, die es im Internet zuhauf gibt. Für einen Einsteiger ist es jedoch häufig nicht ersichtlich, wo die Unterschiede liegen und welcher Kurs besonders qualitativ ist. Der Preis macht – wie so oft – keinen Unterschied zwischen guten und schlechten Kursen.

Einige vermutlich gute Kurse habe ich auf Udemy gefunden. Leider sind die besseren vor allem auf Englisch. Der deutsche Sprachraum ist generell nicht besonders umfangreich, was das Thema Geld und Börse angeht…

Wenn man als angehender Daytrader eine online Ausbildung durchführen möchte, dann sollte darauf geachtet werden, dass der Lehrer im besten Fall selbst ein aktiver Trader ist. Es macht einfach keinen Spaß, wenn der Dozent selbst nur oberflächliches Wissen wiedergibt, und auf Fragen keine zufriedenstellende Antwort parat hat.

Koko Trading College

Einer der unangefochtenen Trading-Ausbilder und schillerndsten Vollblut-Trader ist wohl Koko Petkov. Vom Autohändler ist er über den Umweg Glücksspiel zum Trading gekommen, angeblich mal mehr als bankrott gewesen und lebt nun mittlerweile millionenschwer in Dubai.

Böse Zungen behaupten, er hätte sein Geld eher mit den Gebühren seiner Ausbildung verdient, und nicht mit dem Trading selbst. So dachte ich auch zu Anfang. Denn tatsächlich sind seine Online-Kurse nicht ganz billig. Doch im Laufe der Zeit (und ich folge ihm jetzt schon einige Jahre, ohne je etwas bei ihm gekauft zu haben) bin ich überzeugt davon, dass seine Ausbildungen das Geld wert sind: Man merkt, dass er selbst aktiver Trader ist. Er entwickelt sich ständig weiter. Und er beleuchtet den Trader ganzheitlich, wirklich alle Aspekte sind in seiner Ausbildung integriert und er redet Klartext.

Kokos aktuelles Projekt

Tradermacher

Lars Erichsen, der Tradermacher, ist einer der besonders aktiven YouTuber im Gebiet des Tradings. Er vertreibt einen wöchentlichen Newsletter, wo er über die wichtigsten Instrumente informiert, und ein wenig Einblick in seine Trading-Taktik gibt.

Daneben vertreibt er seit Anfang 2018 auch einen Premium-Dienst, wo er alle seine Trades offenlegt. Jede Transaktion wird sofort in der Community veröffentlicht. Zum jetzigen Zeitpunkt (01/2019) hat dieses Portfolio eine Performance von 26 Prozent erreicht.

Lars Erichsen ist ein Charttechnik-Trader, dessen Positionen über mehrere Tage ausgelegt sind. Ich vermute, er handelt auf Stunden oder Vierstunden-Basis.

Teamtrader

Christian Maikranz ist bekennender Swingtrader. Er vertreibt die Level-X Swingtrading-Ausbildung und ist regelmäßig auf YouTube zu sehen. Sein Schwerpunkt liegt auf nebenberuflichem Trading und konkreten Strategien, die funktionieren. Auch bei ihm ist ein psychologischer Teil vertreten.

Weitere Daytrading-Kurse

Sollte einer meiner Leser eine andere gute Ausbildung gefunden haben (oder meine Einschätzung dazu hören wollen), dann würde ich mich freuen davon zu hören! Einfach eine E-Mail an: info@trader-magazin.com

Seminar

Ein Daytrading-Seminar kann auch eine gute Möglichkeit sein, viele neue Dinge zum Thema Trading zu lernen, während man sich zusätzlich noch mit vielen Gleichgesinnten trifft.

Für einen blutigen Anfänger ohne Vorwissen und Erfahrung sind diese Veranstaltungen meiner Meinung nach jedoch nichts. Es sollte zuvor ein Grundstock an Wissen aufgebaut werden. Erst dann kann ein Tages-, Wochenend- oder Wochenseminar sinnvoll sein. Es gibt mittlerweile viele Anbieter von Seminaren, ja sogar ein extra eingerichtete Trader-Hotel, wo viele Veranstaltungen stattfinden.

Über Zuschriften zu erwähnenswerten Seminaren freue ich mich sehr, ich veröffentliche sie gerne hier!

Coach

Jeder Trader kommt an einen Punkt, wo er das Gefühl hat vor einer Glasscheibe zu stehen: Er sieht den Weg, doch kommt einfach nicht weiter! Dann kann ein Trading-Coach sehr hilfreich sein. Den echten Coach, kann man whatsappen, anrufen, anskypen, discorten oder im realen Leben treffen. Er muss kein Über-Guru sein, sollte sich aber durchaus ein paar Punkte über dem eigenen Level befinden.

Dabei sollte der Coach nicht mit einem Lehrer verwechselt werden. Der Lehrer ist vor allem zur Wissensvermittlung da, er selbst muss nicht die Instanz des Ratgebers sein. Der Coach hingegen berät den Trader, unterrichtet ihn aber nicht. Er unterstützt in schwierigen Entscheidungen und hilft mit seiner eigenen Erfahrung aus.

Wann der richtige Zeitpunkt ist sich einen Coach zu suchen, kann man nicht pauschal beantworten. Der eine lernt lieber erstmal autodidaktisch und für sich allein, der andere braucht eine "moralische" Instanz, welcher er sich verpflichtet fühlt, um nicht die Lust zu verlieren. Doch eines ist klar: Wenn man niemanden hat, der wenigstens ein bisschen mehr auf dem Kasten hat, dann kommt schnell der Punkt des nicht mehr weiter Kommens.

Viele Trader scheitern genau dann und wenden sich vom Traum des erfolgreichen Tradings ab.

Was ist Daytrading?

Nachdem ich kurz dargelegt habe, über welche Möglichkeiten man verfügt, um das Daytrading zu lernen, möchte ich auch einen Teil dazu beitragen, dass der Einstieg ins Daytrading gut vorbereitet wird.

Das Daytrading ist eine bestimmte Unterart des Tradings. Also des systematischen Handels von Aktien, Indizes, Währungen, Rohstoffen oder anderen geeigneten Instrumenten mit Hilfe der Charttechnik. Dabei gibt es beim Daytrading folgende "einschränkende" Definition:

Handel innerhalb eines Tages

Sowohl Kauf als auch Verkauf des gehandelten Instruments erfolgt innerhalb desselben Tages. Es darf keine Position über Nacht oder über das Wochenenden gehalten werden. Dabei versucht der Daytrader typische Tagesverläufe zu identifizieren und Gewinn aus geringen Kursschwankungen zu ziehen.

Durch den schnellen Handel und das erzwungene Glattstellen am Ende des Tages ist er im Gewinn auf die Tagesschwankung (Volatilität) beschränkt. Sein Verlust jedoch auch.

Daytrader zu sein ist ein Ganztagsjob. Zur Eröffnung von Märkten sollte der Trader bereits am Bildschirm sitzen, seine Arbeit ist frühestens mit der Schlussglocke beendet. Vorbereitung und Nacharbeit sind da noch nicht mit drin.

Natürlich kann der Daytrader auch zwischendurch aufstehen und herumlaufen, oder nach Hause gehen. Doch im Großen und Ganzen muss er die meiste Zeit seines Tages mit der Beobachtung der Märkte verbringen. Die Besonderheit Nr. 2 eines Daytraders ist:

Zeitebene

Im Vergleich zu länger ausgerichteten Marktteilnehmern agiert der Daytrader auf einer viel niedrigeren Zeitebene. Das bedeutet: Die optische Darstellung des Charts wird so weit "aufgeklappt", bis eine Candle nur noch eine Zeit von ca. 10 Sekunden bis 15 Minuten umfasst.

Einige Daytrader arbeiten auch mit einer Zeitebene von 1 Minute oder sogar NOCH weniger. Das Ziel dabei ist, kleinste Kursschwankungen gezielt auszunutzen. Etwa, wenn übergeordnete Widerstände gebrochen oder bestätigt werden. Die Position wird dabei eröffnet und nach sehr kurzer Zeit bereits wieder geschlossen. Diese Art des Tradings bezeichnet man auch Scalping.

Doch es gibt auch noch eine schnellere Art des Tradings:

Hochfrequenzhandel

Im Hochfrequenz-Trading übernehmen Computer das blitzschnelle Kaufen und Verkaufen nach vorher bestimmten Regeln. Die Transaktionen können so schnell durchgeführt werden, dass sie manchmal nur ein paar Millisekunden dauern.

Ziel des Hochfrequenzhandels ist zum Beispiel, eine Arbitrage auszunutzen. Damit wir der Umstand bezeichnet, dass nicht alle Börsen zur selben Zeit denselben Preis setzen. Jede Börse hat einen eigenen Preis. Wird also auf der einen Börse ein höherer Preis für eine Aktie oder ein anderes Finanzinstrument bezahlt, kann der Trading-Bot zeitgleich zwei unterschiedliche Transaktionen durchführen.

Auch bei schnellen Schwankungen eines Finanzinstruments gibt es schnellere und weniger schnelle Akteure. Der schnelle kann durch seine unglaubliche Geschwindigkeit dem langsameren Akteur ein Produkt zu anderen Konditionen verkaufen.

Grundsätzlich ist der Hochfrequenzhandel auch eine Art des Daytradings, doch natürlich ist er mit einer extremen Hardware-Aufrüstung und sehr gezieltem Knowhow zu bewerkstelligen. Da die Gewinne pro Transaktion so gering sind, muss hier sehr viel Geld bewegt werden.

Positionen über Nacht?

Wenn man Daytrading nicht ganz im wörtlichen Sinne und der strengen Definition nimmt, sondern generell den kurzfristigen Handel, dann kann man durchaus Positionen von einem auf den anderen Tag übertragen. Das macht je nach Trading-Ansatz auch durchaus Sinn.

Swing-Trading

Dann gelangt man schnell in die Begrifflichkeit des Swing-Tradings. Ein Swing-Trade KANN auch auf kleinen Zeitebenen durchgeführt werden, Positionen können dann durchaus für zwei, drei oder mehr Tage gehalten werden.

Damit sind sowohl Vorteile als auch Nachteile verbunden.

Einerseits können gute Bewegungen möglichst lange mitgenommen werden und der Trader muss weniger Zeit in die Suche nach Kurzfrist-Chancen stecken.

Andererseits entstehen auch neue Gefahren, wie etwa Overnight-Gaps und ähnliches. Ich gehe später noch auf die Risiken und Gefahren des Daytradings ein. Auch psychisch ist das Ganze dann anders gelagert, denn ein Daytrader darf beruhigt nach Hause gehen. Während der Swing-Trader auch nachts emotional aktiviert sein könnte.

Grundvoraussetzungen

Daytrading kann theoretisch jeder betreiben, der ein passendes Konto hat. Jedoch fehlen noch ein paar weitere Aspekte, die MINDESTENS erfüllt werden sollten, damit der Erfolg nicht durch die falschen Faktoren frühzeitig beendet wird.

Und dabei möchte ich noch gar nicht vom richtigen Konto sprechen. Darauf gehe ich weiter unten im Text ein. Hier soll es um die Grundvoraussetzungen für den Daytrader und seine persönliche Ausstattung gehen.

Wie viel Startkapital

Wer Daytrader werden möchte, der braucht dafür auch entsprechende finanzielle Mittel. Die Höhe des Startkapitals ist dabei nicht pauschal festgelegt. Lassen wir die Ausbildungskosten und Literaturkosten einmal außen vor, geht es vor allem darum, wie hoch das Tradingkonto kapitalisiert werden sollte.

Ich habe bereits vorher erwähnt, dass ein Trader unbedingt damit rechnen muss, einen höheren Betrag zu verlieren. Deswegen sollte man schon etwas skeptisch sein, wenn ein Broker, Retailer oder Affiliate damit wirbt, dass man nur ein Startkapital von 250 oder 500 Euro bräuchte, um sofort zu starten.

Tatsächlich sind dann die Mindestvoraussetzungen für die Eröffnung eines Kontos erfüllt, aber TRADEN kann man mit einem derart niedrigen Betrag eher weniger. Hier wird gerne getrickst, da einige Broker eben entsprechende Mindesteinzahlungsgrenzen haben. Das hat aber nicht wirklich viel mit dem Startkapital zu tun, was man für den längerfristigen Betrieb eines Kontos benötigt.

Wie viel Startkapital sollte es denn nun auf dem Konto sein?

Angenommen, ein Daytrader möchte im Forex handeln (= Devisen, Wechselkurse, z.B. EUR/USD), dann sieht eine Rechnung wie folgt aus:

  • Auf einem typischen Marginkonto kann ein Daytrader mit einer Sicherheitshinterlegung einen höheren Hebel handeln. Er liegt in Europa durch ESMA und MiFid-Regelungen gedeckelt bei maximal 1:30. Damals gab es sogar Hebel von 1:500 oder mehr, das ist nicht mehr erlaubt.
  • Die Handelsgröße eines vollen "Lots" liegt bei 100.000 Euro. Hier wäre eine Sicherheitshinterlegung von z.B. 3.500 Euro notwendig.
  • Ein Daytrader kann in der Regel auch Mini- und Micro-Lots handeln. Also 0,1 oder 0,01 Lot. Das Micro-Lot ist die niedrigste Einheit, und für den Anfänger bestens geeignet. Die Sicherheitshinterlegung liegt dann bei 35 Euro (= 3500 Euro geteilt durch 100).
  • Es sollte in der Praxis nie mehr als 50% des Kontos im Margin liegen. Damit wäre rein rechnerisch das minimale Startkapital ca. 70 Euro. Aber das ist natürlich quatsch, denn:
  • Es muss eingeplant werden, dass es viele Verlust-Trades in Folge geben kann. Ein Daytrader muss dafür gewappnet sein: Er sollte pro Trade nicht mehr als 1% seines Kontos riskieren. Wird die Margin-Schwelle konsequent als maximales Stopp-Loss eingehalten, wäre also der maximale Verlust im EUR/USD 35 Euro pro Trade (= 1 Prozent des Kontos). Daraus folgt:
  • Das Konto sollte mit mindestens 3.500 Euro kapitalisiert sein.

Nun kann man aber auch noch anders rechnen:

  • Am Beispiel EUR/USD würde derzeit der Pip 8,73 Eurocent kosten (1 USD / 1,1461 EUR).
  • Der Margin von 35 Euro maximalem Verlust wäre immerhin 400 Pips entfernt! Das wäre eine Kursschwankung von 1,1461 EUR/USD auf 1,1061 EUR/USD.
  • Eine derartige Schwankung ist im Daytrading in der Regel nicht zu erwarten. Ein Stopp-Loss ist eher maximal 50 bis 60 Pips entfernt (das wäre dann 1,1411 EUR/USD SL).
  • Der maximale Verlust eines Trades liegt dann bei rund 5 Euro.
  • Legt man die 1%-Regel als Maßstab an, wäre die Mindesteinzahlungssumme des Startkapitals dann 500 Euro.

Nun ist aber zu beachten, dass ein Anfänger weitaus mehr Verlusttrades als Gewinntrades durchführt. Das kann sich über viele Wochen oder Monate hinziehen. Deswegen sind diese 500 Euro viel zu wenig, selbst wenn man nur Micro-Lots handelt.

Mindestens 2.000 Euro Lehrgeld

Ich persönlich würde einem Einsteiger empfehlen, mindestens einen Betrag von 2.000 Euro bereitzustellen, um mit dem Trading zu starten.

Dieser Betrag sollte aber sofort als "sunk Costs" verbucht werden. Das Geld MUSS in Gedanken abgeschrieben und für nichts anderes mehr eingeplant sein. Es ist Spielgeld, oder Lehrgeld. Ein Betrag, den man für seine Ausbildung reserviert hat. Es sollte natürlich im besten Fall am "Ende" der Grundausbildung nicht alles weg sein, doch vor allem am Anfang gilt: Wer das Geld nicht zu verlieren hat, sollte auch erst gar nicht mit dem Trading anfangen.

Wenn das Konto auf 1.000 Euro geschrumpft ist (Annahme: Micro-Lots im FOREX-Handel, hauptsächlich EUR/USD wie im Beispiel geschrieben), sollte der Daytrader langsam seine Strategie überdenken.

Für den Trading-Anfänger klingt der Betrag von 2.000 Euro vielleicht viel, doch man sollte sich nichts vormachen: Um später als hauptberuflicher Trader von seinen Fähigkeiten leben zu können, sind noch weitaus mehr finanzielle Mittel notwendig. Dann sollten mindestens rund 50.000 Euro eingeplant werden. Ich gehe weiter unten genauer darauf ein.

Marktkenntnisse

Gute Marktkenntnisse sind ein MUSS für einen erfolgreichen Daytrader. Klar, als Beginner sind die nicht vorhanden, doch bevor das Echtgeld-Konto eröffnet wird, sollte sich der angehende Trader unbedingt mit den Marktbegebenheiten auseinandersetzen und z.B., ohne viel zu grübeln erklären können, wie viel Euro ein Pip bei der entsprechenden Kontraktgröße wert ist.

Der vorige Satz war schon zu viel? Dann ist es noch zu früh, ein Realgeld-Konto zu eröffnen.

Aber auch andere Dinge sollte man vorher wissen: Etwa, welche Begebenheiten auf den Kurs des zu handelnden Instruments einwirken, wann es zu starken Schwankungen kommen könnte (Stichwort Leitzins-Entscheidungen) oder auch einfachste Basics, wie "Wie bildet sich der Marktpreis?".

Gefestigte Psyche

Neben dem faktischen Wissen ist eine gefestigte Psyche einer der wichtigsten Bestandteile für einen erfolgreichen Daytrader. Es ist immer wieder zu beobachten, dass sich Menschen überschätzen und glauben, sie könnten einfach so das auf und ab der Börse mitmachen, ohne sich davon beeinflussen zu lassen.

Aber wer an sich schon ein Zweifler ist, viele Dinge erst tausendmal wiederholen muss, um sicher genug zu sein, dass es funktioniert, der hat es wahrlich schwer in diesem Geschäft. Ich kenne Menschen, die seit 10 Jahren nach der "richtigen Strategie" suchen, es aber nie schaffen sie zu finden. Ihr Problem ist schlicht und ergreifend, dass sie zu viel Misstrauen in sich tragen.

Auch die emotionale Belastung während eines Trades muss erst gelernt werden. Solange man eine Position hält, ist man gewillt sie zu beobachten. Sie jederzeit zu kontrollieren und eventuell frühzeitig einzuschreiten. Das kann man anfangs kaum unterbinden, ist nur leider kontraproduktiv für den Erfolg im Trading.

Ein psychisch gefestigter Mensch schafft es, sich diesen Zerrungen des Marktes besser zu widersetzen als ein labiler Mensch. Sich selbst einzuschätzen und bereit zu sein, das NÖTIGE zu tun, um auf der Gewinnerseite zu stehen ist eine Schlüssel-Qualifikation, die ein Daytrader mitbringen, oder LERNEN muss!

Disziplin

Wer psychisch gefestigt ist, der muss auch streng mit sich selbst sein! Überlegt man, was einen professionellen, hauptberuflichen Daytrader ausmacht, dann ist es besonders die Disziplin, mit der er seinen Tag strukturiert, seine Trades verwaltet und rigoros alles seinem Trading-Erfolg unterordnet.

Anfänger glauben, der Tag eines Traders würde nach dem Aufstehen "irgendwann" anfangen. Doch will man tatsächlich als Daytrader erfolgreich sein, dann ist das ein ganz gewaltiger Fehlglaube. Es gibt zum Beispiel gewisse Tageszeiten, die besondere Beachtung verdienen. Dazu gehört etwa die Zeit zwischen 8 Uhr und 9 Uhr morgens. Zu diesem Zeitpunkt ergeben sich im Daytrading häufig sehr gute Chancen und viele Intraday-Strategien bauen auf dieser einen Stunde auf.

Das bedeutet: spätestens um 7:30 Uhr am Rechner sitzen und die Morgenroutine starten.

Auch das Management von Trades muss mit sehr viel Disziplin durchgeführt werden: Was habe ich für einen Plan gehabt, als ich die Position eingegangen bin? Bin ich noch im Plan? Und wenn nicht: Kann ich den Verlust einfach so glattstellen, ohne mit der Wimper zu zucken?

Die meisten Trading-Anfänger machen den Fehler, ihre Verluste laufen zu lassen, während sie Gewinne viel zu früh mitnehmen. Warum? Es fehlt die Disziplin!

Jeder Daytrader hat da seine eigenen Herangehensweisen, um sich zu disziplinieren. Post-its, Zettel, Poster oder Leinwände mit Sprüchen sind sehr beliebt. "Bleib bei deinem Plan, es gibt keine Ausnahmen!" ist in etwa der Tenor.

Klare Strategien

Wie bleibt man bei seinem Plan? Zunächst einmal indem man einen HAT! Die klare Strategie ist der Dreh- und Angelpunkt für einen erfolgreichen Daytrader. Eine gute Strategie hat einen positiven Erwartungswert, ist vom Trader über Wochen und Monate auf persönlichen Zuspruch getestet worden und beinhaltet das gesamte Positionsmanagement von zu suchendem Setup, über Zieldefinition, Positionseröffnung, Stopp-Loss-Regelung, Teilverkäufe, Worst-Case-Szenarios bis hin zur Beendigung eines erfolgreichen Trades.

Alles muss so klar definiert sein, dass der Daytrader keine Möglichkeit mehr hat, als sich genau daran zu halten, ohne Interpretationsspielraum zu haben.

Bevor der Daytrader seine Arbeit aufnimmt, muss er also eine solche Strategie (entwickelt) haben. Dabei ist es nicht nötig das Rad neu zu erfinden. Es gibt viele Strategien, die nachweislich funktionieren. Es muss auch nicht die "beste" oder "perfekte" Strategie sein. Der Trader muss sich nur dieser Strategie entsprechend unterordnen können und demütig danach handeln. Er muss dann auch die Draw-Downs ertragen können.

Dann ist es die richtige Strategie.

Über konkrete Strategien schreibe ich weiter unten in einem ganz eigenen Kapitel.

Viel Übung

Um als Daytrader erfolgreich zu sein, ist viel Praxiserfahrung Pflicht. Die theoretischen Grundlagen sind schnell gelernt und wirken nicht sonderlich kompliziert. Sie sind logisch nachvollziehbar und ändern sich nicht.

Die DOW-Theorie etwa ist über 100 Jahre alt und hat weiterhin in jedem Markt Bestand! Es sind Gesetzmäßigkeiten, die sich nicht ändern. Punkt.

Was den echten Erfolg ausmacht, ist die ROUTINIERTE Anwendung des gelernten. Es muss einem ins Blut übergehen. Es ist wie das Lesen oder Fahrrad fahren: Die Schlüsselqualifikationen unterscheiden sich, das Prinzip ist immer gleich: Wer Buchstaben ohne angestrengt hinzusehen erkenn, oder das Gleichgewicht automatisch entsprechend einstellt, der kann auch Wörter oder ganze Sätze mit einem flüchtigen Blick erkennen, oder ohne Konzentration ein Fahrrad besteigen.

Genau so muss ein Daytrader einen Chart anschauen und ohne Überlegung den Trend bestimmen, Einstiegschancen identifizieren und dann danach handeln. Das braucht viel Zeit und viel Übung.

Rendite

Wie hoch ist die Rendite beim Daytrading? Diese Frage stellt sich jeder zu Anfang. Doch diese Frage ist weder pauschal zu beantworten noch zielführend. Denn: Eine "Rendite" wird auf Kapitalanlagen gezahlt. Trading ist nur leider keine Kapitalanlage. Es ist ein Handwerk. Eine Arbeit, die abhängig von Fähigkeiten, investierter Zeit, Risikoprofil, Produktauswahl und Umfeld unterschiedlich hohe "Rendite" abwirft.

Es also eine aktive Tätigkeit, die so viele unterschiedliche Faktoren beinhaltet, dass eine Rendite nicht ohne weitere Annahmen genannt werden kann. Einen Hilfsarbeiter, Handwerker, oder Studenten der Ingenieurwissenschaften kann man schließlich auch schwerlich nach seiner Rendite fragen. Er wird sagen "Es kommt sehr darauf an, wie viel ich arbeite, wie gut ich gelernt haben und wie gut mein Wissen auf mein Berufsfeld abgestimmt ist."

Aber natürlich ist der Wunsch nach einem etwaigen Richtwert gegeben. Das ist verständlich. Nur halten sich aktive Händler eher mit Aussagen zurück. Lars Erichsen als aktiver und sehr erfahrener Händler hat in einem Jahr durch Handel von mehrtägigen Positionen eine durchschnittliche Rendite von 2% ausgewiesen (=26% in einem Jahr). Er war allerdings vor 2-3 Monaten bereits bei 31% Jahresperformance. Er hat also in den letzten Wochen an Rendite verloren! Mit anderen Worten: Er hat seit Monaten eine negative Rendite, also für weniger als "umsonst" gearbeitet.

Ist also eine monatliche Rendite von 2-3 % realistisch? Jain. Denn es gibt viele unterschiedliche Faktoren, die beachtet werden müssen:

Wissen und Erfahrung

Wissen ist für die Rendite besonders positiv korreliert: Wer mehr weiß, kann mehr verdienen. Denn: Während ein Anfänger vielleicht 1-5 Setups / Strategien kennt, kann ein jahrelang agierender Profitrader auf viel mehr gelernte Setups zurückgreifen. Dadurch kann der Profi in derselben Zeit und demselben Chart vielleicht 10 Setups entdecken, wo der Laie mit Mühe 2-3 erkennt.

Er kann diese auch mit einer viel höheren Wahrscheinlichkeit richtig einschätzen und korrekt traden. Gerade als Anfänger oder Fortgeschrittener ertappt man sich nämlich häufig noch bei der Fehldeutung der Situation. Dadurch entgehen natürlich Chancen, die der Profi wahrgenommen hätte.

Durch die steigende Erfahrung wird der Profitrader zudem immer sicherer in seiner Strategie. Er zweifelt nicht mehr, dass sie einen positiven Erwartungswert hat, und kann technisch einwandfreie Verlusttrades ohne Zweifel ertragen. Das kann ein Neuling noch nicht. Er wird sich nach jedem Minustrade fragen, ob die verfolgte Strategie denn überhaupt die richtige für ihn ist. In dieser Phase springen viele Anfänger zwischen den Strategien hin und her, und suchen nach dem "heiligen Gral", der einem verspricht, immer richtig zu liegen.

Diese (Selbst-)Zweifel sind normal und kommen auch bei den abgebrühtesten Tradern vor. Die haben jedoch gelernt, mit solchen Situationen umzugehen. Viele Trading-Abbrecher hingegen geben aufgrund dieser emotionalen Belastung auf.

Wissen und Erfahrung verbessern die Rendite also gewaltig. Und als Anfänger sollte man sich unbedingt bewusst machen, dass neben dem reinen Wissen (was schätzungsweise 10% - 20% des Gesamterfolgs des Tradings ausmacht) nur die praktische Erfahrung zu einem verlässlichen und annehmbaren Leben als Trader führt.

Risikobereitschaft

Auch das Thema "Wie hoch ist das Risiko?" ist ein sehr großes Feld, welches hier nur angerissen werden soll. Es gibt viele Berechnungen rund um die richtige Positionsgröße und jeder Trader muss diese für seine persönliche Performance selbst berechnen.

Um dies korrekt durchführen zu können ist aber erst eine klare strategische Ausrichtung, sowie ein ausreichend langer Track-Record notwendig. Denn abhängig von der Strategie und dem Können des Traders ist mit unterschiedlicher Ausfallwahrscheinlichkeit und Gewinn-/Verlustquoten zu rechnen.

Hat ein Daytrader eine überaus gute Gewinnquote (z.B. >50%) und eine sehr gute GV-Ratio (z.B. 3R (= Gewinn ist dreimal so hoch wie das Anfangs-Risiko, mehr dazu später), kann er das Risiko pro Position höher wählen als ein Trader, dessen Gewinnquote bei 30% und das R bei 5 liegt.

Die Größe des maximalen Verlusts pro Position wird bei Anfängern häufig auf ein bis zwei Prozent des Portfolios gesetzt. Ein guter Trader kann aber durchaus 5 Prozent als richtig ansehen.

Daraus folgt: ist ein höheres Risiko gewählt, kann der Trader im Gewinnfall mehr Geld einstreichen. Seine Rendite steigt proportional zu seinem Risiko. Verliert er den Trade durch seinen initialen Stopp-Loss, verliert das Konto entsprechend schneller an Wert und schlittert in Richtung Pleite.

Produktwahl

Eine verlässliche Rendite zu nennen ist auch deswegen so schwierig, weil sie zusätzlich noch abhängig von den gewählten Produkten abhängig ist!

Die meisten privaten Daytrader nutzen Derivate, wie CFDs oder Zertifikate. Diese können einen unterschiedlichen Hebel haben, ebenfalls in Abhängigkeit von der Risikobereitschaft und der Strategie. Ein Index-, Forex- oder Crypto-Trader hat wiederum andere Hebel zur Verfügung.

Doch auch wenn sich hier eine Vergleichbarkeit einstellen würde, gibt es noch genügend Unterschiede zwischen den bevorzugten Produkten: Ein Währungspaar, das sich relativ wenig bewegt, ist im Vergleich zu einem Index, wie etwa dem DAX, nicht vergleichbar. Denn die Volatilität ist nicht gleich. Je mehr Schwankung ein Wert hat, desto besser kann ein Daytrader performen. Daytrader suchen sich nicht jeden Tag ein neues Produkt, sondern bleiben ihrem kleinen "Warenkorb" häufig treu.

Und auch die Beschaffenheit, bzw. das Verhalten des Wertes spielt eine Rolle. Der Dax etwa "zappelt" Tagesintern häufig sehr stark hin und her. Da ist das regelbasierte Handeln viel schwieriger als bei einem Wert wie Gold, oder dem EUR/USD, die nochmal viel häufiger gehandelt werden und ein "schöneres" Chartmuster aufweisen.

Parallele Trades

Man sieht auch oft bei Backtests von Handelsrobotern, dass diese auf eine kleine Anzahl von Produkten angewendet wird. Noch öfter sogar nur auf ein einziges. Der Beginner denkt sich dann, das Ergebnis dieses Backtests würde dann der Rendite entsprechen. Doch es ist ja auch möglich, dieselbe Handelstaktik nicht nur auf einem, sondern auf zwei, fünf oder zehn Märkten auszudehnen.

Hier ist die Schlüsselqualifikation wieder die Erfahrung und das praktische Können. Denn zu Beginn beobachtet man gerne nur 1-2 Märkte und sucht sich dort seine Setups. Erst später kommen dann mehrere Märkte hinzu, die dann auch zu mehreren GLEICHZEITIGEN Positionen führen können.

Hier sind Konzentration und Lust des Daytraders gefragt: Wie viele Positionen kann er oder will er maximal betreuen? Als Einsteiger ist natürlich erstmal nur eine Position anzuraten, damit ist schon genug Arbeit verbunden. Später können es auch mehr sein!

Die Rendite hängt natürlich auch von diesem Faktor ab.

Marktgegebenheiten

Einen wesentlichen Einfluss auf die Rendite hat auch der "Zeitgeist". Ist gerade ein Bullen- /Bärenmarkt, oder befindet sich der Markt in einer indifferenten Seitwärtsphase?

Hierauf muss der Trader dynamisch reagieren, jeder ist da unterschiedlich gut drauf eingestellt. Der Profi hört beispielsweise einfach auf, wenn er merkt, dass nicht sein Tag ist, oder der Markt für ihn keine schönen Gelegenheiten bereithält.

Der Anfänger tappt hingegen gerne in die "Aktivitätsfalle". Er merkt zu spät, dass er mit einem Long Setup in einem Short-Markt arbeitet, dass seine Strategien in Seitwärtsphasen nicht funktionieren, etc. Und seine Reaktion darauf ist aber nicht die einzig Richtige: aufzuhören und zu warten, sondern Aktionismus. Ganz nach dem Motto "Mist, jetzt habe ich schon xy Euro im Markt verloren, ich muss es mir wiederholen!".

Das führt dann zu einer verminderten Renditeerwartung beim Daytrading.

Einkommen

Kann man vom Trading leben? Wer das vorige Kapitel gelesen hat, der hat vielleicht bereits im Kopf überschlagen, was es braucht, um realistisch seinen Lebensunterhalt vom täglichen Trading zu bestreiten. Im Folgenden gehe ich nochmal detaillierter auf die notwendigen Faktoren ein.

Im Weiteren verlauf dieses Kapitels gehe ich davon aus, dass bereits genügend Wissen und Erfahrung vorhanden ist und der Beispiel-Trader über eine Strategie mit positivem Erwartungswert verfügt. Außerdem betrachte ich hier Trading nur als selbständige Tätigkeit, nicht als Angestellter bei einer Bank oder einer Investmentfirma.

Die Antwort auf die Frage ist: Ja, das geht. Es ist aber nicht so leicht, wie man es sich vorstellt. Denn wenn man tatsächlich von seinen Handelsaktivitäten leben möchte, ist dies nur mit den richtigen Grundannahmen machbar.

Nebenberuflich traden

Für nahezu jeden arbeitstätigen Hobby-Trader ist der beste Weg in die Selbständigkeit das nebenberufliche Trading. Niemand, der sich in einer festen Anstellung befindet, sollte sich aus einer Laune heraus vom geregelten Leben lossagen und ins Abenteuer Selbständig begeben.

Warum nicht einfach zunächst die Annehmlichkeiten beider Welten miteinander verbinden? Die Sicherheit eines geregelten Einkommens mit dem "Nervenkitzel" des kurzfristigen Börsenhandels. Es ist nahezu für niemanden ein größeres Problem, ein Trading-Konto zu eröffnen und mit dem Traden zu beginnen.

Auch ein berufstätiger Mensch, kann mit passenden Strategien bei Forex, Aktien & Co. gutes Geld verdienen. Er braucht keine Angst vor Verlusten haben, vom selbst verdienten Geld keine (private) Krankenversicherung zahlen und der Druck, täglich für Miete und Essen zu handeln ist auch nicht vorhanden. Diese Stressfaktoren könnten sonst schnell zu einer Verschlechterung des Handelsergebnisses führen.

Als nebenberuflicher Trader kann man sich auf mittelfristige Strategien konzentrieren und währenddessen lernen, wo die Vor- und Nachteile einer kurzfristigen Strategie wie dem Daytrading ist. Nicht wenige stellen während ihrer nebenberuflichen Trading-Tätigkeit fest, dass sie eher der Typ für Swing- oder Positionstrading sind. Das lässt sich auch nebenher auf Tages- oder Wochenbasis bewerkstelligen und kann ebenso gute Renditen bringen.

Man denke hier an Nicolas Darvas, der seine besten Erfolge fernab der New Yorker Börse tätigte, während er als Tänzer auf dem asiatischen Kontinent tourte.

Es sollte ebenfalls nicht ganz unerwähnt bleiben, dass die Frage nach Nebenverdienst auch einen weiteren finanziellen Aspekt hat: Wie groß ist das Trading-Konto eigentlich? Es ist schon nicht ganz so wenig Kapital notwendig, um jeden Monat die laufenden Kosten eines Menschen oder einer Familie zu erhandeln.

Hauptberuflich traden

Sich hauptberuflich selbständiger Trader nennen zu wollen ist schon ein ganzes Stück Arbeit. Es ist definitiv nicht unmöglich, sollte aber auch nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Zunächst einmal sollte sich jeder angehende (Day-)Trader im Klaren darüber sein, dass der Job des Vollzeithändler bei weitem nicht so ist, wie etwa die abhängige Lohnbeschäftigung. Auch für Selbständige ist der Wechsel ins Trading eine herbe Umstellung.

Denn während beim Angestelltendasein ein geregeltes Einkommen garantiert ist, welches jeden Monat pünktlich auf dem Konto landet, und man auch von Staat und Betrieb her gesundheitlich, rententechnisch und so weiter abgesichert ist, ist das beim hauptberuflich selbständigen Trader natürlich nicht der Fall. Es handelt sich um eine selbständige Tätigkeit, die gut überlegt sein sollte!

Aber auch Selbständige müssen sich umstellen! Ein Selbständiger handelt zwar in der Regel auf eigene Rechnung und ist bereits anders versichert als ein Angestellter, doch es gibt trotzdem noch einen wichtigen Unterschied: Wenn ein Handwerker, Steuerberater oder Anwalt eine Leistung bringt, dann kann er eine Rechnung schreiben. Die sollte in der Regel bezahlt werden. Wird sie jedoch nicht bezahlt, hat der Selbständige zwar kein Geld, hat aber auch keines VERLOREN.

Der Daytrader hingegen weiß am Anfang eines jeden Tages nicht, ob er (1) für seine Mühen entlohnt wird und (2) ob er heute nach 10 Stunden Arbeit nicht vielleicht sogar in den Markt eingezahlt hat, also Geld VERLOREN hat.

Das kann zu einer wirklich schweren psychischen Belastung werden, wenn man auf das Gehalt angewiesen ist. Und dann zu sagen: Ich arbeite einfach mehr, und verdiene mehr ist leider nicht möglich. Die Leistung eines Traders ist nicht an seine Zeit gekoppelt. Im Gegenteil. Teilweise verdienen Trader, die weniger Zeit aufbringen sogar mehr!

Beispielrechnung für hauptberuflich selbständige Trader

Gut, kommen wir nach diesen warnenden Worten mal zu ein paar Zahlen.

Gehen wir davon aus, dass der angehende Daytrader eine kleine Familie hat und zur Miete wohnt. Er ist Alleinverdiener und möchte genug verdienen, um sich nicht einschränken zu müssen. Aber es muss auch kein fünfstelliges Einkommen sein. Sagen wir, es sollen nach Abzug aller grundlegenden laufenden Verpflichtungen ca. 2.000 Euro im Monat übrigbleiben. Davon wird dann Essen, notwendige Anschaffungen, KfZ, Urlaub, Altersvorsorge/private Vermögensbildung (wie langfristiges Anlagekonto, oder Immobilien) und dergleichen bestritten.

Einige mögen das vielleicht für zu viel Geld halten, andere für zu wenig. Hier kann jeder seinen eigenen Betrag einsetzen. Es sollte dabei jedoch beachtet werden, dass gerade so wichtige Punkte wie die private Vermögensbildung nicht zu kurz kommen dürfen!

Wie viel Euro muss sich der Daytrader nun jeden Monat auf sein Konto überweisen?

Dafür rechnen wir den 2.000 Euro Mietzins und Mietnebenkosten hinzu. Bei einer vierköpfigen Familie liegt dieser Posten schnell bei rund 1.500 Euro brutto. Natürlich ist das sehr abhängig von der Region, in der man sich befindet, wir gehen mal von einem realistischen Betrag für eine ca. 100-110 qm Wohnung in einem größeren Ballungsgebiet aus. Auch hier muss jeder seinen eigenen Betrag einsetzen.

  • Euro fürs Leben + 1.500 Euro für Wohnung = 3.500 Euro Auszahlung pro Monat.

Nun kommt die Steuer noch hinzu. Der Punkt ist tatsächlich etwas kompliziert und benötigt folgende Annahme: Der Daytrader zahlt sich alles aus, was er in seiner hauptberuflichen Trading-Tätigkeit an Überschüssen erwirtschaftet. Das wären demnach 42.000 Euro pro Jahr, plus Einkommensteuer.

Die Einkommensteuer liegt 2019 lauf bmf-steuerrechner.de bei einem verheirateten Verdiener bei 8.000 Euro (=16% Durchschnittssteuersatz). Damit ist das zu versteuernde Einkommen also 50.000 Euro.

  • 42.000 Euro Jahresauszahlung / (1-0,16) Steuerabzug = 50.000 Euro Gewinn.

Das war aber noch nicht alles: Es ist noch keine Krankenversicherung und Sozialversicherung bezahlt worden. Da sie weitestgehend von der Steuer abgesetzt werden kann, kommt sie als nächstes obendrauf. Eine 4-köpfige Familie, also zwei Erwachsene und zwei Kinder unter 18 Jahren, die sich privat grundversichert hat grob geschätzt eine Monatsbelastung von 1.000 Euro. Auch die Familienversicherung bei einer gesetzlichen Krankenversicherung wird sich nur unwesentlich von diesem Betrag unterscheiden. Zudem muss auch die Altersvorsorge gedeckt werden. Gehen wir von einem Rürup-Vertrag aus, könnte man rund 1.000 Euro pro Monat zurücklegen, um später eine angemessene Rente zu erhalten.

  • 50.000 Euro Gewinn + 12.000 Euro Kranken- und Sozialversicherung + 12.000 Euro Altersvorsorge = 74.000 Euro.

Jetzt ist es zwar relativ günstig, sich als Trader einzurichten. Doch auch er braucht einen Arbeitsplatz, entsprechendes Equipment, Bücher und Seminare zur Weiterbildung und ein Steuerberater wäre auch nicht ganz verkehrt. Rechnen wir 500 Euro pro Jahr für PC, Monitore, und so weiter. Ein kleines Büro schlägt mit rund 400 Euro pro Monat zu Buche und die Kosten für Ausbildung liegt vielleicht bei rund 1.000 Euro pro Jahr. Den Steuerberater setze ich einfach mal pauschal mit 3.500 Euro an. Ob dieser Betrag so ausreicht ist sehr individuell. Aber vor allem der Punkt Hardware ist schon eher knapp bemessen, daher sollte der Gesamtbetrag in etwa so passen.

  • 74.000 Euro + 10.000 Euro Betriebskosten = 84.000 Euro jährlich zu erwirtschaftendem Kapital.

Diese 84.000 Euro sind auf den Monat heruntergebrochen also 7.000 Euro, die jeden Monat mindestens auf dem Konto landen müssen.

Lassen wir nun andere Eventualitäten (wie Verlustmonate) außer Acht, und gehen von einer auf das Jahr gesehen konstanten Entwicklung von realistischen 2-3 Prozent aus, wissen wir, wie hoch das Trading-Konto in etwa sein muss, um durch die monatliche Auszahlung nicht zu schrumpfen:

  • 7.000 Euro Auszahlung pro Monat / 2,5 Prozent Monatszuwachs * 100 = 280.000 Euro.

Das Konto des Traders braucht also eine Mindestkapitalisierung von knapp 300.000 Euro, um als Einkommensgenerator zu funktionieren.

Das ist natürlich schon eine Hausnummer. Und es handelt sich hierbei NUR um reine Zahlen-Jonglage, viele Aspekte wurden noch nicht berücksichtigt oder schlichtweg pauschalisiert. Der Trader muss zum Beispiel erstmal mit einem derart großen Konto umgehen können. Das wird nämlich gerne vergessen:

Man wächst mit seinen Aufgaben, Schritt für Schritt. Es ist immer noch etwas anderes ein 3.000 Euro großes Konto zu handeln, oder ein 300.000 Euro Konto. Es ist nämlich entgegen der landläufigen Meinung nicht LEICHTER ein größeres Konto zu traden, es ist SCHWERER. Mehr Positionen, und vor allem mehr psychische Belastung durch höhere (Verlust-)Zahlen. Wer hat schließlich schon mal eine eigene Verlustposition von -6.000 Euro gesehen und ist dabei einfach cool geblieben? Entspann Dich: Das sind nur 2 Prozent von 300.000 Euro, kein Weltuntergang.

Natürlich kann ein junger, alleinstehender Trader mit einem viel geringeren Betrag rechnen. Sagen wir, es reicht eine Gesamtauszahlung von 1.500 Euro pro Monat (zumindest für absehbare Zeit), dann wäre bei einem Monatszuwachs von durchschnittlich 2,5% ein Trading-Guthaben von (jederzeit) mindestens 60.000 Euro notwendig.

Doch bevor nun etwas zu viel Unmut aufkommt: Es gibt natürlich Möglichkeiten, auch mit weniger Eigenkapital an der Börse zu arbeiten. Einerseits natürlich, wie erwähnt, nebenberuflich. Dadurch fallen viele Kosten weg, und man kann entspannt ein kleines Vermögen aufbauen, bevor es dann zum hauptberuflichen Trading kommt.

Andererseits über einen Hebel, den Leverage. Wirklich gute Trader ohne Geld können zum Beispiel bei Fremdkapital-Gebern vorstellig werden. Das sind in der Regel Trading-Firmen, die gute Trader für den Eigenhandel suchen. Doch in der Realität kommt ein privater Prop-Trader (properitär = Eigentum, geschützt) eher schwer an derartiges Kapital.

Abhängig vom Produkt sind aber auch gewisse Hebel nutzbar, welche die Frage nach Eigenkapital etwas entschärfen. Bei Futures etwa sind tatsächlich nur gewisse Sicherheitshinterlegungen notwendig. Doch darauf gehe ich in einem späteren Kapitel näher ein. Denn hier müssen noch ganz andere Dinge beachtet werden.

Warum hat (Day-)Trading einen schlechten Ruf?

Als Trader ist man nicht nur sich selbst der schlimmste Feind, sondern auch der Gesellschaft. Wer allen Ernstes Trading für sich entdeckt, hat es wahrlich nicht leicht, gegen Fehlglaube, Vorurteile, Unwissenheit und sozialen Druck anzukommen. Dabei ist die Trading-Schule eine wahrhaft charakterstärkende Tätigkeit, die so manch einem da draußen sehr guttun würde. Aber sei es drum, den Part des Äußeren möchte ich hier eher klein halten, die Frage nach dem "Warum hören so viele mit dem Trading auf?" finde ich in dem Zusammenhang viel spannender.

Arbeitsplatz-Zocker, Glücksspieler, unsoziale Turbo-Kapitalisten, Gesellschafts-Schmarotzer

Ja, ein Trader hat viele Beleidigungen zu ertragen. Zumindest, solange er sich nicht als solches zu erkennen gibt. Denn da 90 Prozent der Menschen in Deutschland mit dem Finanzmarkt an sich nicht das Geringste zu tun haben, und professionelle Trader eine sich im Pro Mill Bereich befindlich Randgruppe darstellen, wird in geselliger Runde (früher sagte man Stammtisch) gerne so richtig gesellschaftskonform vom Leder gerissen.

Sie sind die böse Macht der Turbo-Kapitalisten, die geldsüchtig an ihren Highspeed-Mega-Gambling-Rechnern sitzen und uns unser Geld abzocken. Sie destabilisieren die Währungen und sind schuld an Arbeitsplatz-Verlust, der Finanzkrise, sowie jeder Rezession, die es jemals gegeben hat! Sie tragen nichts zur Gesellschaft bei und schmarotzen sich glücksspielend durch den Tag.

Ja… oder so ähnlich. Man könnte jetzt die Punkte Stück für Stück aufrollen und jeden Einzelnen entkräften, aber es bringt nichts sich gegen die Masse an Unwissenheit zu stellen. 99,5 Prozent der Argumentation besteht aus Unwissenheit und politisch-ideologischem Feindbild, daher sollte man erst gar nicht versuchen, sich gegen diese Schlammlawine zu stellen und ihr einfach aus dem Weg gehen.

Begnügen wir uns lieber mit konstruktiver Betrachtung aus dem inneren heraus:

Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Leider gibt es in der Branche des Tradings eine kritische Masse an weniger seriösen Menschen, die einen sehr einfachen Marketing-Trigger nutzen, um sich ihre Melkkühe heranzuholen: Gier. Sie versprechen dem gutgläubigen Anfänger das Blaue vom Himmel: "Du musst nur diesen Indikator laden / meinen Signaldienst für nur 997 Euro pro Woche abonnieren und schon wirst auch Du Millionär!" oder "Diese kostenlose WhattsApp-Gruppe schickt dir die Gewinner-Signale. Eröffne (hier) ein Konto und mache mit uns Milliarden!".

Natürlich ist das Thema Geld bei den meisten Menschen emotional aufgeladen, und vor allem unwissende Menschen werden dadurch schnell durch den gefährlichen Cocktail von oberflächlichem Laienwissen und Gier zu Opfern eigentlich offensichtlicher Abzockerei.

Das wäre nicht weiter tragisch, in nahezu jeder Branche gibt es schwarze Schafe, die sich über den guten Geschmack, gesellschaftliche Konventionen oder sogar das Gesetz hinwegsetzen, um einen persönlichen Gewinn zu erzielen. Doch in der Welt der Finanzen herrschen so viele Ängste, dass jeder einzelne Fall zu einem unglaublichen Eklat, einem Akt der Destabilisierung unserer Gesellschaft hochstilisiert werden.

Und die Politik spielt gerne mit: Das Finanzwesen ist ein besonders schützenswerter Teil unserer Gesellschaft, der über jeden Verdacht erhaben sein MUSS, da sonst unsere gesamte Gesellschaft auseinanderbricht. Um sich zu verdeutlichen, was passiert, muss man derzeit nur einen Blick nach Venezuela riskieren. Die grassierende Hyperinflation hat quasi jedes Vertrauen in die Währung zerstört. BaFin, ESMA & Co. Wollen deswegen hierzulande gegen jeden noch so kleinen Funken vorgehen, der sich bildet. Die Gesetzespakete lauten dann MiFid II und ähnliches und sind NUR dafür da, dass auch das Vertrauen des letzten Verbrauchers möglichst aufrechterhalten wird. Mit allen richtigen, aber auch übervorsichtigen Mitteln.

Doch was von den Bauernfängern auf breiter Linie übrigbleibt, ist das lange Wiederhallen eine nicht endenden Hass-Tirade gegen diese gierigen Finanz-Abzocker, die es mal wieder geschafft haben, dem kleinen Mann das Geld aus der Tasche zu ziehen. Die negative Konnotation ist bei den meisten Menschen somit vorprogrammiert.

Alle verlieren am Anfang

Viele Trading-Abbrecher starten also mit sehr vielen Vorurteilen und Missverständnissen. Man kann es auch niemandem verübeln, schließlich ist nahezu die gesamte Öffentlichkeit durch falsche Vorstellungen infiziert: Mit (Day-)Trading kann man am einfachsten und in kürzester Zeit Millionen verdienen? Es ist so einfach, du brauchst nur ein Konto?

Natürlich vollkommener Schwachsinn.

Die Realität holt einen dann auch sehr schnell ein: Wer durch vollmundige Versprechen oder "Glaube" mit dem Handel, oder noch schlimmer: in einem krassen Bullenmarkt, startet, der stellt im Besten Fall schnell fest, dass er durch mangelndes Fachwissen und Ängste ständig falsch liegt. Er verliert Geld.

Tatsächlich glauben viele so sehr an ihre eigenen Fähigkeiten, ihren messerscharfen Verstand, dass sie diese Erkenntnisse anders deuten. Zum Beispiel ist "der Markt" gegen einen, der Broker fischt Stopps ab und es scheint irgendeine Übermacht zu geben, die den Kurs genau dann wenden lässt, wenn ICH eingestiegen bin.

Wer in Bullenmärkten einsteigt hat es sogar noch schwerer. Er denkt anfangs, ER SELBST wäre die Ursache für sein glückliches Händchen bei der Aktienwahl. Auf die Idee, dass einfach alle ganz unabhängig ihrer Professionalität gewinnen, kommt der Laie nicht. Erst, wenn die Kurse wieder volatiler werden und immer mehr Verlusttrades entstehen, wacht der Bullen-Einsteiger langsam auf. Sein Ego denkt nicht etwa, seine Fähigkeiten wären ausbaufähig, er GLAUBT sein Glück wäre nun dahin. Und schließlich: Niemand ist auf Dauer erfolgreich an der Börse. Kann man doch überall nachlesen, nicht wahr?

Wer diesen Glauben in sich trägt, trägt also keine Verantwortung für sein Versagen. Und da man selbst nichts tun kann, um sein verlustreiches Trading zu verbessern, muss man dieser Tätigkeit schnellstmöglich den Rücken kehren.

Nur ein kleiner Teil der Trader schafft hier die richtigen Schlüsse zu ziehen. Und zwar zu UNGUNSTEN von sich selbst. Man ist selbst verantwortlich für sein Versagen. Der große Rest wirft das Handtuch und posaunt seine "Erkenntnis" in die Welt hinaus:

Trading ist nur Abzocke! Das funktioniert nicht, ich habe es selbst versucht! Nur die Broker werden reich!

Emotionale Belastung

Ob man will oder nicht: Wer nicht gerade eine psychopathische Persönlichkeitsstörung besitzt, ist anfangs für viele Anforderungen im täglichen Trading nicht geeignet. Wir reagieren immer emotional und erleben jeden Tag die gleichen konträren Gefühle: Angst und Gier.

Wer mit dem Daytrading beginnt, der kommt häufig als Glücksritter, als Goldgräber oder Abenteurer und glaubt an schnelles Glück und Reichtum. An den wilden Westen, wo man sich nehmen kann, was einem zusteht. Doch die Börse lehrt einem schnell etwas Anderes: Demut. Jeder Fehler kostet direkt das eigene Geld, keiner unterstützt einen in seinen Überlegungen und niemanden scheint es zu interessieren, ob man gewinnt oder mal wieder verliert.

Einige Trader bauen dann das Bild des Haifischbeckens, in dem entweder fressen oder gefressen werden an der Tagesordnung steht. Doch ganz stimmt das Bild nicht. Ja, es ist hart und vollkommen emotionsfrei, aber Größe führt z.B. nicht zu einem Vorteil. Es kann sogar eher zu einem Nachteil werden. Aber das ist eine andere Geschichte…

Was bleibt ist die Anspannung. Sie ist in den Anfangstagen, -wochen und -jahren der ständige Begleiter eines jeden Daytraders. Er fürchtet sich vor einem Fehler, sobald er sich im Markt befindet, er observiert jeden Tick, zweifelt an seinen Fähigkeiten, entwickelt neue Überzeugungen, freut sich über Gewinne, bereut Verluste, ärgert sich über zu früh oder zu spät geschlossene Trades und verpasste Chancen.

Die Achterbahn der Gefühle wirbelt einen unaufhörlich zwischen Himmel und Hölle hin und her, ohne Rücksicht auf die eigene Befindlichkeit.

Das ist einer der Hauptgründe, warum Daytrading ebenfalls irgendwann an den Nagel gehangen wird, ohne jemals auf einen grünen Zweig zu kommen. Und auch hier reden "Aussteiger" gerne über die Gründe, und wie schlecht es ihnen ging. Dass aus Ihnen das Schlechteste (aber auch das Beste) herausgeholt wurde und sie DAS einfach nicht mehr mitmachen konnten.

Mindset im Trading

Wie bereits in den vorigen Abschnitten angedeutet, ist das Trading-Mindset ein grundlegend anderes als das eines "normalen" Menschen.

Als Baby kommen wir mit dem Bewusstsein zur Welt, nichts zu wissen, nichts zu können und komplett ohne Vorwissen zu irgendeinem noch so trivialen Umstand. Zum Beispiel die Hand: Wir müssen verdammt nochmal erstmal LERNEN, dass das Ding, das da so rumwedelt zu uns gehört, und das Ende von dem Ding zum Greifen da ist. Kurz: Wir können nicht anders, als zu 110 Prozent dynamisch auf alle Gegebenheiten zu reagieren und daraus zu lernen.

Nun liegt es aber in der Natur des Menschen, dass er durch ständiges Probieren und später immer mehr Interaktion mit dem Umfeld eine für sich logische, komplexe Welt erschafft, die sich immer WEITER entwickelt. Sich also immer auf das zuvor erworbene Wissen und die vorher erlangten Fähigkeiten aufbaut. Dadurch muss faktisch immer weniger aktiv neu gelernt oder hinterfragt werden.

So werden wir im Laufe unseres Lebens zu mehr und mehr statisch denkenden Menschen. Unflexibel und mit immer enger gezogenen Scheuklappen galoppieren wir durch unsere selbst erschaffene Welt.

Was hat das jetzt mit Trading zu tun? Ganz einfach: das Mindset eines erfolgreichen Menschen (nicht nur beim Trading) basiert auf Parametern, welche sich in der Entwicklung der meisten Menschen als falsch oder "nicht zielführend" herausgestellt haben. Sie werden nicht mehr hinterfragt, sind aber konträr zu den Schlüsselqualifikationen im Trading.

Diese Mindset-Charakteristiken gehören zu den wichtigsten bei Tradern:

  • Fühle dich wohl mit Risiko – Trading ist immer ein Risiko. Nur ist das Risiko bei einem Trader anders definiert als bei einem normalen Menschen. Denn er trainiert sich aktiv darin, Chancen und Risiken möglichst objektiv abzuschätzen, statt dem Risiko zu viel relative Beachtung zu schenken. Dadurch können sie die mit dem Handel verbundene Unsicherheit emotional akzeptieren.
  • Passe Dich schnell veränderten Bedingungen an – Hat man erstmal aus eigenen Überlegungen, Wissen und Recherche eine Überzeugung über eine Situation erlangt, ist es sehr schwierig, sie erneut zu hinterfragen und unter Umständen eine genau entgegengesetzte Analyse zu starten. Im Trading kann eine wohl durchdachte und vollkommen richtige Überlegung innerhalb von Sekunden zunichte gemacht werden. Wie etwa, dass man der Überzeugung ist, in einem Aufwärtstrend zu sein, nur um dann die Signale für die Trendwende zu ignorieren.
  • Bleibe IMMER diszipliniert – und kontrolliere deine Emotionen. Es funktionieren nicht alle Trades. Das ist für einen Menschen, der von sich selbst und seiner weitestgehend unfehlbaren Auffassungsgabe überzeugt ist, schwer zu akzeptieren. Beim erfolgreichen Traden gibt es keine Alternative.
  • Erfolgreiche Trader sind nicht überschwänglich aufgeregt, wenn sie gewinnen – und sie sind nicht übermäßig verzweifelt, wenn sie verlieren. Sie lassen es mental nicht zu, dass sie sich von ihren Emotionen kontrollieren lassen.
  • Sie akzeptieren alles was nötig ist, um die Disziplin aufrecht zu erhalten – Regeln sind dafür da, eingehalten zu werden. Zuvor unendlich oft durchgekaute Systematiken, wie Positionsmanagement, Risikomanagement und Geldmanagement sind Gesetze, die es zu halten gilt. Keine Richtlinien, keine Vorschläge. Gesetze. Bei nicht-einhalten folgt die Strafe sofort: es geht Geld verloren.

Wer diese Stichpunkte einhält, muss nahezu immer seinen Charakter ändern. Ich weiß nicht, ob Ihnen das schon einmal wiederfahren ist, aber ein Mensch, der seinen Charakter zunächst ohne ersichtlichen Grund ändert, wird von seinem Umfeld sehr argwöhnisch betrachtet. Freunde raten einem dazu, das Trading (oder was auch immer) lieber sein zu lassen, weil man sich plötzlich verändert.

Wer den einsamen Weg des Tradings geht, der wird dann schnell als unterkühlt, abgeklärt oder unsozial angesehen. Etwa in Situationen, wenn Disziplin angebracht ist, aber der soziale Mensch lieber "ein Auge zudrücken" möchte, um kurzfristig die Wogen zu glätten. Auch die schnelle Anpassung von Überzeugungen ist nicht gerne gesehen. Schließlich genießt Beständigkeit und Verlässlichkeit in unsere Kultur einen hohen Stellenwert und steht scheinbar im Wiederspruch zu dieser bemerkenswerten Flexibilität.

Als Trader muss man sich früher oder später mit diesen Punkten auseinandersetzen. Vielleicht erscheint das für den einen oder anderen Leser als zu philosophisch, vielleicht sogar esoterisch. Doch wer es ernst meint, wird diese Bereiche für sich selbst durchdenken müssen.

Vorhersagen

Wer kennt sie nicht: Die Crash-Propheten! Wenn aus der Gesellschaft der Trader und der Investoren eine Gruppe an die breitere Öffentlichkeit gespült wird, dann sind das die DOOMSDAY-Prediger. Dieses Völkchen gehört zu den Menschen, die ihr Geld damit verdienen, eine mehr oder weniger adäquate Vorstellung der Zukunft zu entwerfen, wie sie eintreten KÖNNTE.

Nicht falsch verstehen: Vorhersagen sind aus Sicht der Vorhersagenden in der Regel durchaus fundiert, und stellen eine MÖGLICHE Version der Zukunft dar. Doch das war es dann auch schon. Die Zuhörer allerdings unterstehen nicht demselben Weltbild wie der Vermittelnde. Sie glauben an (Fach-)Kompetenz und daraus resultierender Unfehlbarkeit.

Nun kommt es leider sehr oft vor, dass die Vorhersagen SO, wie sie getätigt wurden nicht eintreten. Entweder sind sie zeitlich verzögert, stellen sich ganz anders dar, oder treten schlicht und ergreifend nicht ein.

Das ist für einen Laien äußerst enttäuschend und führt dazu, dass er verärgert über Betrug und schlechte pseudo-Experten lamentiert. Und das völlig zu Unrecht, aber mit viel Gehör und Beifall in der Öffentlichkeit. Auch hier ist wieder einmal das VOR-Urteil für alle Beteiligten validiert: - Trading funktioniert einfach nicht, - die Profis verdienen ihr Geld nur mit öffentlichen Auftritten und nicht ihrem fachlichen Können.

Es müssen auch nicht immer die absoluten Worst-Case-Szenarien sein, auch Trades von Börsenbriefen, die schieflaufen gehören zu dieser Kategorie. Tatsächlich sind je nach Strategie und fachlicher Kompetenz des Signalgebers die Trefferquoten sehr unterschiedlich. Aber niemand mit Verstand würde wohl eine hundertprozentige Vorschau in die Zukunft erwarten.

Trading-Produkte

Kommen wir vom Allgemeinen in die Praxis: Welche Produkte eigenen sich denn besonders gut für kurzfristiges Trading? Und worauf muss man bei den Produkten achten? Im Folgenden werden interessante Produkte fürs Daytrading betrachtet und anhand entscheidender Kriterien nach ihrer Tauglichkeit bewertet. Für die Vergleichbarkeit werden Punkte von 1 bis 5 vergeben, wobei 1 immer als "sehr schlecht" bewertet wird, und 5 als "sehr gut". Je mehr Punkte bei einem Punkt vergeben werden, desto besser ist die Nutzbarkeit fürs Daytrading, bzw. kurzfristige Trading.

Einige Punkte sind von weiteren Faktoren abhängig, etwa die durchschnittliche Positionsgröße, und Beschaffenheit des Produkts. Es wird in der Erklärung darauf eingegangen, jedoch ist allein dadurch bereits eine Subjektivität in der Bewertung, die es zu beachten gilt!

Folgende Kriterien werden hier betrachtet:

  • Marktzugang – Wie leicht oder schwer ist es, sich einen Zugang zum entsprechenden Produkt zu verschaffen? Muss man hohe Hürden meistern, oder ist dieses Produkt für (nahezu Jedermann) handelbar? Je schwieriger es ist, eine Handelsfreigabe zu bekommen, desto weniger Punkte werden vergeben.
  • Order- und Finanzierungkosten – Wie hoch sind die Kosten für die Nutzung des Instruments? Hier werden bei einigen Instrumenten Ordergebühren fällig, bei Margin-Produkten sind auch Finanzierungskosten üblich. Auch der "Spread", also die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs werden hier berücksichtigt. Je höher die Kosten sind, desto weniger Punkte werden vergeben.
  • Ordermöglichkeit – Wie schnell kann eine Position geöffnet und geschlossen werden? Wie viele Klicks braucht es, welche Eingaben müssen mindestens getätigt werden? Gerade beim schnellen Handel sind diese Faktoren wichtig. Je schneller ein Trade geöffnet und geschlossen werden kann, desto mehr Punkte gibt es.
  • Produktliquidität – Wie oft wird das Produkt gehandelt und wie lange dauert die tatsächliche Ausführung einer Order? Für schnelles Trading ist es unbedingt notwendig, immer den richtigen Gegenpart zu finden: der Verkäufer braucht einen Käufer, und der Käufer braucht einen Verkäufer. Je schneller hier beide zusammenfinden, desto besser ist das Produkt fürs kurzfristige Trading.
  • Skalierbarkeit – Wer professionelles Trading betreiben will und irgendwann auch davon leben möchte, der kann nicht auf kleinen Märkten handeln. Er braucht einen Markt, in dem er möglichst viel Wachstumsspielraum hat. Je weiter der Trader seine anfängliche Micro-Position ohne Einschränkungen, Marktbeeinflussung oder Zusatzaufwand vergrößern kann, desto mehr Punkte gibt es in dieser Kategorie. Außerdem ist es wichtig, wie klein eine minimale Position gestückelt werden kann.
  • Kapitalbedarf – Dieser Punkt sollte nicht unbeachtet bleiben. Er gliedert sich in zwei Bereiche: die notwendige Mindest-Kontogröße, andererseits die Hebelbarkeit des Produkts. Auch wenn man beim zweiten Punkt durchaus konträre Ansichten haben kann. Doch in der Regel ist es für einen professionellen Trader von Vorteil, einen Margin-Hebel zu nutzen, um mit weniger Eigenkapital eine größere Position zu bewegen. Das bedeutet, dass z.B. ein Forex-Trader für eine 100.000 Dollar große Position lediglich ein Kapital von ca. 3.500 Euro aufbringen muss. Eine Übertreibung hier ist im europäischen Wirtschaftsraum kaum noch möglich, da es gesetzliche Obergrenzen gibt (bei Aktien CFDs z.B. 1:5, bei Forex-Paaren maximal 1:30, Stand Januar 2019).

Aktien

Kurzfristiges Trading mit Aktien ist vermutlich die erste Möglichkeit, die den meisten Anfängern einfällt. Tatsächlich ist es eines der beliebtesten und am häufigsten genutzten Vehikeln, um kurz- und langfristig am Kapitalmarkt investiert zu sein.

Marktzugang – 4 Punkte

Aktien sind im Vergleich zu anderen Trading-Produkten leicht handelbar. Einerseits gibt es unzählige gute Broker, die Depotkonten anbieten, andererseits kann eigentlich jeder ein Konto eröffnen.

Die einzige Hürde bei der Kontoeröffnung liegt bei der Wahl der Risikoklasse. Hier kann man in seiner Trading-Tätigkeit durchaus leicht behindert werden: Die erste Risikoklasse, in welcher es einem erlaubt ist Aktien zu handeln, ist Risikoklasse C. Hier sind die Werte jedoch auf nationale Index-Aktien, sowie einige europäische Aktien aus den Indizes EURO-STOXX 50, DAX 30, HDAX und MDAX begrenzt. Viel Auswahl gibt es dort nicht.

Also sollte man mindestens für die Risikoklasse D freigeschaltet sein, damit auch ausländische Aktien handelbar sind. Für ausländische Nebenwerte ist mindestens die Risikoklasse E zu wählen.

Da ein Anfänger für diese Klassen nicht ohne Weiteres freigeschaltet wird, gibt es einen Punkt Abzug.

Zudem gibt es zu beachten, dass ein Konto z.B. in der USA anderen Gesetzen folgt, und Daytrader hier speziellen Bedingungen folgen müssen, damit sie nicht in ein in Amerika für Kleinanleger verbotene "Daytrading-Pattern" geraten. Kommt es dazu, wird das gesamte Kapital des Kontos für 90 Tage eingefroren, bei mehrfacher Nicht-Beachtung darf der Trader nie wieder an amerikanische Börsen handeln.

Order- und Finanzierungskosten – 5 Punkte

Die Orderkosten bei Aktien sind sehr transparent und bei den meisten Konten sehr verständlich. Gerade bei Online-Brokern haben sich für Privatkunden sogenannte Flat-Fees eingebürgert. Jede Order bis zu einem Broker-abhängigen Betrag von bis ca. 20.000 Euro wird mit einem festen Preis durchgeführt. Vor einige Jahren waren noch geringe Prozentsätze vom Odervolumen üblicher. Bei institutionellen Tradern gilt dies auch weiterhin. Auch Mischformen (= Grundgebühr, plus Positionsgrößenabhängige Gebühren) sind bei Privatanlegern zu finden.

Die günstigsten Orderkosten liegen bei ca. 4 Euro plus eine von Börse und Ordervolumen abhängigen Gebühr. Andere Broker nehmen pauschal bis zu 20 Euro für einen Transaktion. Für kurzfristiges Daytrading ist eine möglichst niedrige Ordergebühr wichtig.

Wer mit einer Ordergröße von ca. 10.000 Euro rechnet, sollte mit ca. 6 bis 10 Euro pro Transaktion rechnen. Haltekosten gibt es bei Aktien nicht.

Bedingt durch den steigenden Wettbewerb verändert sich in diesem Bereich viel. Derzeit vermarktet der Börsenbetreiber Lang und Schwarz eine neue Plattform, auf welcher Aktien für nur noch 1 Euro handelbar sind.

Ordermöglichkeit – 2 Punkte

Hier zeigt sich eine große Schwäche von Aktien. Denn auch wenn es relativ einfach ist, mit dem Aktienhandel zu starten, die Ordermasken sind nicht darauf ausgelegt, häufige Transaktionen in möglichst kurzer Zeit durchzuführen. Das Produkt ist für Anleger konzipiert. Bis die Webseite mit den Eingabemöglichkeiten geöffnet und ausgefüllt und die Order-Art (Buy, Sell, Stopp, Limit, OCO, usw.) gewählt worden ist, kann sich ein Kurs bereits wieder ganz anders bewegt haben.

Zudem sind bei vielen Brokern keine Echtzeit-Daten verfügbar, sie sind um 15 Minuten oder länger versetzt. Ein kurzfristig orientierter Daytrader kann also gar nicht so schnell reagieren, wie er eigentlich müsste. Bewegt man sich in Haltezeiten von zwei bis fünf oder noch mehr Tagen, relativiert sich das Timing-Problem entsprechend.

Produktliquidität – 3 Punkte

Da Aktien von sehr vielen Marktteilnehmern ständig gehandelt werden, ist eine sehr gute Liquidität gegeben. Allerdings muss hier differenziert werden: Denn nicht jede Aktie hat logischerweise dieselbe Liquidität.

Während Wertpapiere von großen Firmen und Index-Mitgliedern über den Tag hinweg exzessiv gehandelt werden, können Penny-Stocks (Aktien mit einem Wert unter ca. 2,50 Euro oder Dollar pro Anteil) oder unbekannteren Nebenwerten äußerst illiquide sein. Da ich für die Bewertung alle Aktien heranziehe, muss für dieses Segment ein Punkt abgezogen werden.

Im Vergleich zu anderen Trading-Produkten sind Aktien durch die Notwendigkeit eines passenden Counter-Parts sehr abhängig vom Markt (ein Verkäufer braucht einen Käufer und umgekehrt). Deswegen gibt es insgesamt nur drei Punkte für die Liquidität.

Skalierbarkeit – 3 Punkte

Auch im Bereich der Skalierbarkeit sind dem Trading gewisse Grenzen gesetzt. Kritikpunkte bei Aktien liegen vor allem auf der Unterseite: Die Teilung eines Aktienanteils ist nicht möglich. Möchte man eine Apple-Aktie kaufen, müssen dafür $ 150 bezahlen. Bei Amazon über $ 1.500. Man kann keine halbe oder nur 0,1 Anteile kaufen. Somit ist das Mindest-Ordervolumen auf den Preis der Aktie begrenzt.

Die nächste größere Einheit ist zwei. Bei der Amazon-Aktie muss dann also eine Position von mindestens $ 3.000 eingeplant werden. Dadurch leidet die Anpassbarkeit entsprechend, sofern man versucht das Risiko seines (kleinen) Depots auf einen fixen Betrag zu begrenzen. Die fehlende Stückelbarkeit ist damit ein Minuspunkt.

Dazu kommt, dass die Orderkosten fix sind, und dadurch das kurzfristige Trading mit kleineren Positionen immer mehr Fixkosten benötigt. Soll z.B. eine Position von 200 Euro aufgenommen werden, liegen die Transaktionskosten für Kauf UND Verkauf bei rund 6% (Annahme: 6 Euro pro Transaktion = 12 Euro "round turn"). Mit einem ungehebelten Produkt wie einer Aktie lässt sich hier nicht gewinnbringend handeln. Eine Position macht erst ab 1.000 Euro richtig Sinn (= 1,2%), besser sind Transaktionskosten von 0,5% oder weniger. Was eine Mindestpositionsgröße von 2.500 Euro bedeuten würde.

Deswegen gibt es auch dafür einen Minuspunkt in der Skalierbarkeit.

Nach oben ist man hingegen faktisch nicht begrenzt. Theoretisch natürlich schon, da es genügend Gegenhändler geben muss, welche die eigene Position traden, und keine unendlich große Position in Sekundenschnelle durchgehandelt wird. Vor allem die großen Marktteilnehmer sind deswegen im Bereich der Aktien etwas behindert.

Doch der kleine und mittelgroße Trader, der keine sechs- oder siebenstelligen Positionen aufbaut, ist fernab von diesen Problemen. Deswegen wird hierfür auch kein Punkt abgezogen.

Kapitalbedarf – 2 Punkte

Die Aktie ist im Vergleich zu den meisten anderen Produkten die vermutlich kapitalintensivste. Beachtet man die Probleme aus dem vorigen Punkt, wird der niedrige Punktestand schnell klar: allein für eine einzige Position werden schon mindestens 2.500 Euro benötigt, besser noch 5.000 Euro oder mehr.

Um KURZFRISTIG mit Aktien Trading zu betreiben, muss das Konto sehr groß sein. Unter 20.000 Euro ist ein vernünftiges Handeln fast unmöglich, ein Anfänger müsste besser mindestens 50.000 Euro oder mehr "Spielgeld" mitbringen.

Der zweite wichtige Punkt ist die nicht vorhandene Hebelwirkung. Ein Basis-Depotkonto stellt keinen sogenannten Leverage zur Verfügung. Einige Profi-Broker, wie Interactive Brokers, bieten zwar ein Margin-Konto an, doch über einen Hebel von maximal 1:2 geht das Konto faktisch nicht hinaus. Daytrading kann aber mit einem großen Konto (unbedingt über $ 25.000) sogar bis zu maximal 1:4 gehebelt werden. Voraussetzung ist hier die Schließung der Positionen am selben Tag, da über Nacht ein Hebel von 1:2 benötigt wird.

Zertifikate

Fürs Daytrading sind (Hebel-)Zertifikate sehr gut geeignet. Entsprechend beliebt sind Optionsscheine, Knock-Outs, Turbos, Waves und Faktor-Zertifikate. Diese Produkte sind sogenannte Derivate, sie bilden nur einen Basiswert ab, und gibt es für sehr viele unterschiedliche Aktien, Indizes und Rohstoffe.

Jedes der Produkte hat eigene Eigenschaften in ihrer Beschaffenheit, und wer sie für sein Trading nutzen möchte, der sollte sich vorher noch einmal ganz genau darüber schlau machen, welches Zertifikat wie genau aufgebaut ist.

In der Regel gibt es LONG und SHORT-Zertifikate, wodurch man beim Trading in beide Richtungen profitieren kann. Außerdem hat es immer einen Basispreis, auf den es aufgesetzt ist. Dieser ist sozusagen ein Fixpunkt, von dem aus dann die Kursentwicklung nahezu 1 zu 1 mitgemacht kann.

Beispiel: Der DAX steht bei 11.000 Punkten. Ein LONG-Zertifikat hat einen Basispreis von 10.000. Die Differenz sind 1.000 Punkte (11.000 minus 10.000). Liegt das Bezugsverhältnis bei 1, müsste ein Daytrader 1.000 € pro Anteilsschein bezahlen. (Da das Bezugsverhältnis jedoch oft bei 0,1 oder 0,01 liegt, wäre der Preis pro Anteil bei 100 €, bzw. 10 €). Steigt der DAX nun um rund 9,1 Prozent auf 12.000 Punkte, verdoppelt sich die Differenz auf 2.000 Punkte. Das Zertifikat hat nun einen Preis von 2.000 € (respektive 200 €, bzw. 20 €). Der Gewinn liegt bei 100 Prozent, während sich der Kurs um 9 Prozent bewegt hat. Hier spricht man von einem "Hebel von 11", da die Zertifikatentwicklung elf Mal höher ist, als die Wertentwicklung des Underlyings.

Die meisten Produkte haben ebenfalls ein "Knock-Out"-Level. An diesem Punkt verfällt der Wert des Scheins, sobald der Basiswert ihn berührt. Dann verfällt das Zertifikat wertlos und ohne Entschädigung. Das Geld ist weg.

Aus diesem Grund haben diese Derivate keinen guten Ruf. Andererseits ist das auch ihr größter Vorteil.

Marktzugang – 3 Punkte

Zertifikate werden direkt durch Banken ausgegeben und können dank ISIN/WKN über ein normales Depotkonto gehandelt werden. Soweit gleicht der Schritt hier demjenigen aus dem Abschnitt "Aktien". Doch um mit Zertifikaten handeln zu dürfen, muss sich ein Trader unbedingt in die Risikoklasse E = Hochspekulativ einordnen. Darunter ist man für jegliches Vehikel derart gesperrt.

Deswegen gibt es hier nur zwei Punkte: Man braucht bereits Erfahrungen, und das Verbot bei einer Risikoklasse von D oder darunter macht die Zertifikate für den Trading-Lehrling anfangs unerreichbar. Das ist auch gut und richtig, denn hier wird vor allem durch Laien sehr viel Geld verloren.

Eigentlich müsste sogar ein weiterer Punkt hierfür abgezogen werden. Doch da der Auskunftsbogen nach § 31 (5) Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) auf Eigenangaben beruht, und ein Neukunde es selbst nach bestem Wissen und Gewissen ausfüllt, kann er theoretisch auch ohne Grundwissen für dieses Produkt freigeschaltet werden, sofern er es wünscht.

Er handelt dann komplett auf eigene Verantwortung.

Order- und Finanzierungskosten – 2 Punkte

Ein Blick auf die Kosten von Zertifikaten lässt den Trader dann eher schlucken: Sie sind im Vergleich sehr hoch. Das liegt vor allem daran, dass einige Kosten zunächst nicht sichtbar sind.

Die ersten und nachvollziehbarsten Kosten sind die Ordergebühren. Sie liegen genau wie bei Aktien in der Regel bei 6 bis 20 Euro. Jedoch gibt es Broker, wie etwa Flatex, die Partnerschaften mit den Banken eingehen, wodurch die Ordergebühren manchmal verringert oder sogar komplett gestrichen werden. Doch das sind eher Ausnahmen.

Dann ist die Beschaffenheit des Zertifikats wichtig. Beziehen wir uns auf voriges Beispiel (Annahmen: DAX, Basispreis 10.000, Kurs 11.000, Bezugsverhältnis 0,01), dann ist der reale Kaufpreis nicht 10 €, sondern läge darüber! Das sind Finanzierungskosten der Bank. Ein möglicher Preis wäre dann z.B. 10,90 €. Der Trader zahlt 90 Cent Aufschlag. Bei einem vollen Kontrakt wären das immerhin 90 € Differenz, welche die Bank bei einem KO-Event komplett behalten darf. Das ist ihr erster Vorteil.

Es geht nämlich noch weiter: Die Bank setzt Kauf- und Verkaufskurs. Diese hat üblicherweise einen Spread, also eine Spannweite von ein paar Cents. Kauft man das Zertifikat etwa für 10,90 € und würde sofort verkaufen wollen, dann wird das Produkt z.B. für nur 10,80 € zurückgenommen. Hier verdient die Bank dann erneut an der Transaktion (Erklärung, siehe "Produktliquidität").

Und auch das war noch nicht alles: Endlos-Zertifikate haben oft noch einen weiteren mehr oder weniger versteckten Kostenfaktor: Jeden Tag steigt die KO-Schwelle des zugrundeliegenden Produkts (oft um 1 Cent) an. Das Resultat daraus ist ein kontinuierlicher Preisverfall, der gegen den Trader arbeitet, je länger er das Zertifikat hält.

Alle diese Punkte führen zu einer schlechten Bewertung. Für das Daytrading ist allerdings vor allem der letzte Punkt vernachlässigbar, daher gibt es doch noch 2 Punkte.

Ordermöglichkeit – 2 Punkte

Die Ordermöglichkeit ist genau die Gleiche, wie bei einer normalen Aktie. Depotkonten sind nicht vorranging fürs Daytrading ausgelegt und bilden daher keine Basis für schnelles Handeln. Trader mit längerem Horizont haben einfach andere Anforderungen an die Buchungsmaske.

Auch hier sind die Kurse nicht live, und müssen erst umständlich abgerufen werden.

Produktliquidität – 5 Punkte

Während Aktien immer einen Käufer und einen Verkäufer brauchen, ist das bei Zertifikaten nicht der Fall. Sie sind Bankprodukte und werden von ihnen auch ausgegeben.

Das heißt gleichzeitig, dass der Verkauf des Zertifikats nicht auf dem freien Markt geschieht, sondern direkt mit der Bank abgewickelt wird. Damit muss sie sich immer als Gegenpart anbieten. Der Vorteil für den Trader ist, dass selbst nicht so liquide Aktien (-Derivate) sofort und fast ohne Zeitverlust gehandelt werden können, ohne dass man auf einen ASK-Kurs von einem anderen Marktteilnehmer warten muss.

Das einzige Problem besteht, wenn die Bank pleitegeht. Dann liegen nämlich im Depot vollkommen wertlose Papiere. Man könnte sie auch "Wettscheine" nennen. Sobald die Rennbahn schließt, wird der Schein komplett wertlos.

Hier ist also durchaus ein Sicherheitsrisiko für das eigene Geld vorhanden! Im Normalbetrieb ist der Punkt jedoch zu vernachlässigen und führt nur zu einem halben Punkt Abzug.

Skalierbarkeit – 4 Punkte

Die Skalierbarkeit von Zertifikaten ist gerade für kleine Konten ein echter Pluspunkt! Denn dank oben beschriebener Beschaffenheit ist das Produkt bei Trade-Beginn selten teurer als 2-5 €. Gerade beim Daytrading kann man quasi beliebig stückeln, häufig liegt der Betrag eines Zertifikats sogar unter 50 Cent.

Ein Problem tritt erst in der Skalierung nach oben auf. Denn von jedem einzelnen Zertifikat gibt es nur eine gewisse Anzahl. Sind diese aufgekauft, muss ein anderes Zertifikat herangezogen werden. Das Emissionsvolumen schwankt stark und kann beispielsweise 10.000, 100.000 oder 5 Millionen betragen. Kostet ein Anteil nur 0,25 €, wäre die maximale Positionsgröße bei einem kleinen Zertifikat bereits mit 2.500 € erschöpft.

Bei den meisten Basiswerten ist das kein großes Problem, denn es gibt genügend Alternativen.

Zudem ist zu beachten, dass die Auswahl etwas eingeschränkt ist: In den vereinigten Staaten sind diese Art von Bankprodukten verboten, daher werden sie nicht, oder nur sehr vereinzelt auf US-Werte aufgesetzt. Man ist auf sehr große US-Werte, US-Indizes und den europäischen Markt beschränkt.

Kapitalbedarf – 3 Punkte

Das Zertifikat ist ein sehr klein gestückeltes Produkt, daher ist der Kapitalbedarf pro Position relativ gering.

Nun wird der eine oder andere sich fragen: "Weiter oben steht, dass die Kosten so hoch sind, da lohnt sich doch eine kleine Position nicht?". Die Frage ist berechtigt. Doch dank Beschaffenheit des Zertifikats ist ja ein sehr hoher Hebel möglich.

Wenn im Daytrading oder in einer zwei- oder dreitägigen Position ein 10 Prozent-Sprung der Aktie mitgenommen wird, kann ein Hebel von 30 bereits einen Gewinn von 300 Prozent einholen. Selbst wenn das Risiko auf 200 € begrenzt war, sind somit 600 € Gewinn erzielt worden. Da sind Transaktionskosten von 12 Euro plus 2 bis 3 Euro Wertverfall kein ganz schlechter Deal.

Es ließe sich bereits mit einem Konto ab ca. 6.000 - 10.000 € ein ausreichend diversifiziertes Trading betreiben.

CFD

Ein CFD (Abkürzung für "Contract for Difference") ist ein Bankenprodukt, welches Aktien, Indizes, Handelswaren, Rohstoffe, Forex, Kryptowährungen, Metalle, Energie und andere an Börsen gehandelte Werte abbilden kann. Er ist nichts anderes als eine Zahlungsvereinbarung, deren Wert sich aus der Differenz von Kauf und Verkaufskurs des CFDs ergibt.

Beispiel: Eine Aktie kostet 55 €. Der CFD-Kunde eröffnet einen Kontrakt mit einer Sicherheitshinterlegung von 20% (oder 1:5), das bedeutet er muss 11 € als Sicherheit hinterlegen. Die Höhe der maximalen Margin ist in Europa mittlerweile durch die Vorschriften der ESMA geregelt. Nun steigt die Aktie um 5% auf 57,75 €. Das macht eine Differenz von 2,75 €. Der Trader könnte nun den Kontrakt schließen und 2,75 € abzüglich Spread und weiteren Kosten für sich verbuchen. Auf sein eingesetztes Kapital von 11 € ist dieser Betrag eine Rendite von (2,75 / 11 * 100 =) 25 Prozent.

Fällt jedoch die Aktie um 5% auf 52,25 €, hat der Trader einen Verlust von (2,75 / 11 * 100 = ) 25 Prozent. Dieser Hebel schlägt also in beide Richtungen aus.

Broker, die diese Verträge anbieten sind sogenannte Market Maker. Sie betreiben die Plattformen, auf denen gehandelt werden kann und bilden die Gegenseite. Dadurch können Interessenskonflikte bestehen, da der Market Maker ein berechtigtes Interesse hat, dass seine Kunden verlieren.

Zudem ist durch den hohen Hebel und die im Beispiel beschriebene Beschaffenheit des Produkts ist ein Totalverlust möglich. Bis vor Einführung der MiFid II – Regelung Mitte 2018 konnte der Daytrader sogar in eine Nachschusspflicht geraten, welche im Extremfall um ein Vielfaches höher ist als das eigene Kapital. Hier ist es wirklich wichtig, sich genau auszukennen und sich vorher genauestens über das richtige Risikomanagement zu informieren!

Medial ist Anfang 2015 ein Fall bekannt geworden, in dem der Hebel massiv gegen den Trader gegangen ist. In der Zeit hatte die Schweizer Zentralbank von einem auf den anderen Tag beschlossen, dass die Kopplung des Franken an den Euro aufgehoben wird. Davor verteidigte die Notenbank den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro. Über Nacht viel der Wechselkurs von 1,20 auf 0,94 Franken pro Euro. Viele Trader hat das kalt erwischt, und ein Trader zog vor Gericht, weil er an seinen Broker (IG) rund 280.000 Euro nachschießen sollte.

Er hatte kurz vorher eine LONG Position mit 2.500 Euro und einem vermutlich 100er Hebel platziert. LONG bedeutet, dass er auf steigende Kurse spekulierte, was angesichts der Tatsache, dass der FX-Kurs gerade bei 1,20 Euro lag, eine fast "todsichere" Sache sein sollte. Offensichtlich hatte er sein Konto massiv überhebelt und einen viel zu großen Trade gemacht.

Marktzugang – 3 Punkte

Ein CFD-Konto zu eröffnen ist ein kleines bisschen schwieriger als ein normales Depotkonto. Auch, wenn es einem in den Anzeigen der Broker anders suggeriert wird.

Denn es handelt sich dabei um ein Anlageprodukt mit der höchsten Risikoklasse. Wie beschrieben arbeitet der Hebel in beide Richtungen und kann zu Totalverlusten führen. Entsprechend müssen entsprechende (europäische) Broker vor Beginn des Tradings sicherstellen, dass der Kunde über das Risikoprofil des Produkts informiert ist.

Wer es ein bisschen einfacher haben möchte, der kann allerdings zu einem anderen Market Maker gehen, der weniger stark reguliert wird. Viele der großen Broker sind nach dem ESMA-Paket ins nichteuropäische Ausland übergesiedelt oder haben dort Zweigstellen eingerichtet. Dazu gehören kleine Mittelamerikanische Inseln, Australien und vielleicht bald auch Großbritannien. – Ja, der Brexit führt zu einer Offshore-Alternative direkt im geografisch europäischen Gebiet.

Dort sind die Regulierungen weniger martialisch. Der Hebel kann dort auch weiterhin 500 betragen. Auch für Kunden aus der EU. Allerdings muss man sich die Frage stellen, ob es für einen Anfänger wirklich gut ist, diese Art des Tradings – ohne Netz und doppelten Boden – anzustreben. Vermutlich eher nicht.

Eine andere Art, diese Restriktionen zu umgehen, ist sein Konto vom Broker als "professionelles Konto" einstufen zu lassen. Die ESMA-Richtlinie sieht nämlich die Unterscheidung zwischen Retailern (= Anfänger) und Profis vor. Professionelle Händler dürfen durchaus noch mit höheren Hebeln arbeiten. Um als Profi eingestuft zu werden muss ein Trader einen qualitativen Test durchführen, um Kenntnis und Erfahrung mit dem Handel von CFD nachzuweisen.

Order- und Finanzierungskosten – 3 Punkte

Die Kostenstruktur eines CFDs ähnelt eher dem eines Zertifikats, als eine Aktie. Auch hier ist der Hebel dafür verantwortlich.

Zwar fallen meistens die Transaktionsgebühren weg, dafür gibt es genügend andere Preise, die es zu beachten gibt. Einerseits ist der Spread (also der Unterschied zwischen Kaufkurs und Verkaufskurs) zu nennen, zum anderen müssen die Finanzierungskosten, eine Art Leih-Zins für das zur Verfügung gestellte Kapital zu zahlen. Und zwar täglich. Dieser liegt ca. in der gleichen Höhe, wie der eines Privatkredits. Also bei rund 4 bis 9 Prozent. Bei SHORT-Sellern (= Verkäufern, die auf fallende Kurse setzen) sind die Finanzierungskosten übrigens positiv, sie bekommen Geld für das Halten über Nacht.

Die Zinsen werden täglich am Ende eines jeden Tages berechnet. Damit sind CFD-Daytrader im Vorteil, da sie keine Zinskosten haben! Jeder Käufer (= LONG), der eine Over-Night-Position hält muss die Kosten allerdings mit einrechnen. Je länger ein Trade dauert, desto mehr kostet er.

Der Slippage (siehe nächten Abschnitt zur Erklärung) sollte ebenfalls nicht ganz unberücksichtigt bleiben.

Ordermöglichkeit – 5 Punkte

Ist man erst bei einem CFD-Broker angemeldet und freigeschaltet, kann das traden auch schon beginnen. Dabei profitiert der Daytrader vor allem von der einfachen Handhabung des Ein- und Ausstieges.

Denn die CFD-Produkte sind darauf ausgerichtet, kurzfristige Trades durchzuführen. Je nach Trading-Software und Broker ist es möglich, mit nur einem Mausklick eine Order zu setzen oder eine Position zu schließen.

In der Regel sind die Angaben für den Order auf das Wichtigste reduziert: KAUF/VERKAUF, Stückzahl (wobei ein ganzer Kontrakt je nach Hebel zwischen 1 und 30 betragen kann), optional Stopp Loss und Take Profit. Fertig.

Die großen Anbieter nutzen für die Oderabwicklung eine oder mehrere Standard-Softwares, die auf das Unternehmen gebrandet werden. Das sind zum Beispiel MetaTrader 4/5, cTrader oder Webbasierte zum Teil selbst entwickelte Plattformen.

Produktliquidität – 4 Punkte

Ein CFD ist im Gegensatz zu anderen Produkten kein am freien Markt handelbares Instrument. Es wird von einem Broker ausgegeben und von ihm auch wieder zurückgenommen. Damit ist die Liquidität so lange und so gut gegeben, wie es der Broker und die Software zulassen.

Jedoch gibt es in diesem Bereich einige Tricks, denen sich die Broker bedienen können. Dadurch wird das Thema Liquidität etwas aufgeweicht und es gibt einen Punkt Abzug.

Dazu gehört zum Beispiel die Streitfrage, wann ein Kauf- oder Verkaufsorder ausgeführt wird, wenn sich die Kurse sehr stark bewegen. Da der CFD-Broker per Definition Market Maker ist und die Preise selbst festsetzt, könnte er den Order theoretisch zu jedem Kurs ausführen.

Schwarze und graue Schafe in der Branche jedoch nutzen bei schnellen Bewegungen den sogenannten Slippage um sich einen Vorteil zu verschaffen. Slippage bedeutet soviel wie "Schwund". Damit wird die Differenz zwischen Orderkurs und Ausführungskurs bezeichnet. Der kann nämlich unterschiedlich sein und bewegt sich seltener im Sinne des Traders. CFD-Broker können ohne Weiteres einen Algorithmus zwischenschalten, der zum Zeitpunkt des Orders den Kurs kurzfristig ändert.

Ob das tatsächlich passiert oder nicht, kann von einem außenstehenden kaum überprüft werden. Dazu braucht es schon eine Regulierungsbehörde, die sich die Technik hinter dem CFD-Broker genau ansieht.

Skalierbarkeit – 4 Punkte

Die Skalierbarkeit bei CFDs ist weitestgehend gut. Sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite gibt es kaum Grenzen. Zumindest für den Privatkunden, dessen Konto eine normale Größe besitzt.

Eine Position kann sowohl im Kleinen mit z.B. 0,1 Teil einer Aktie durchgeführt werden, sowie mit einem 50-fachen eines einzigen Kontrakts. Und der kann teilweise bis zu 100 Aktien enthalten. Damit wäre ein Handel mit 5.000 Aktien möglich. Angenommen der Aktienkurs läge bei 100 Euro, wäre eine Position mit einem Wert von 500.000 Euro möglich.

In der Regel sollte ein Trader damit genügend Spielraum haben, um seinen Trades nachzugehen. Wer über derartige Größen hinaus handeln möchte, wird in der Regel auch keine CFD nutzen, sondern entweder die Aktien mittels Marginkonto direkt oder mit Futures handeln.

Kapitalbedarf

Vor allem für kleine Kunden ist das Traden mittels CFD sehr gut möglich. Denn im Vergleich zu Aktien kann der Handel eines Kontrakts auch ein Bruchteil sein. Damit ließe sich von Amazon zum Beispiel nur ein Zehntel handeln, eine Amazon-Position könnte man damit auf nur 160 Euro senken. Dazu kommt, dass diese 160 Euro nur zu einem Teil das Depotkonto belasten. Bei einem Hebel von 5 (das ist derzeit das Maximum für Aktien im europäischen Wirtschaftsraum) müssten lediglich 32 Euro als Margin aufgebracht werden.

Dazu kommt, dass es bei Aktien eine fixe Kostenkomponente gibt, die Ordergebühren, die es aber beim CFD in der Regel nicht gibt. Durch den Spread im Kauf und Verkaufskurs sind die Kosten immer relativ zur Positionsgröße und können damit im unteren Bereich besser angepasst werden.

Wie hoch nun der Kapitalbedarf beim CFD-Handel sein muss, ist sehr abhängig von der Beschaffenheit der Kontrakte. Die wiederum sind nicht standardisiert, sondern hängen von dem Broker ab. Hier sollte man sich vor Kontoeröffnung auf jeden Fall genau informieren.

Einige CFD-Broker lassen gestückelte Kontrakte zu, während andere erst ab einer Mindestmenge jenseits der zwei beginnen. Einige haben eine Aktie je Kontrakt, andere gleich mehrere, bis zu ca. 100. Damit kann also eine Bewegung von nur einem Euro im Aktienkurs bereits ein Plus oder Minus von 100 Euro ausmachen. Und das mit nur einem einzigen Kontrakt.

Forex und Kryptowährungen (Bitcoin, Etherum, Ripl, Litecoin & Co.)

Der Einsteiger mag sich fragen, warum es einen Unterschied zwischen CFDs und Forex, bzw. Kryptowährungen geben soll, wo sie doch mit den gleichen Brokern und in den gleichen Softwareprodukten gehandelt werden können.

Und in der Tat ist nicht in jedem Fall ein Unterschied gegeben. Hier muss auf bestimmte Zusatzinformationen geachtet werden. Denn einige Broker sind als CFD-Broker klassische Market Maker, andere bieten sich als ECN (Electric Communication Network), oder STP (Straight Through Processing) Broker an.

Was zunächst einmal relativ trivial klingt sind zwei grundlegend unterschiedliche Produkte. Während der Market Maker als Gegenseite beim Trading gerne auf der Gewinnerseite stehen möchte und ein Interesse am Verlust seines Kunden hat, dient der ECN/STP-Broker lediglich als Weiterleitung zu einem Liquiditätsprovider und hat meistens kein besonderes Interesse daran, in welche Richtung der Kontostand des Kunden geht. Er hat lediglich ein Interesse daran, dass möglichst oft und lange aktiv gehandelt wird, denn dadurch verdient er seine Provisionen.

Ein weiterer Vorteil der ECN/STP-Broker ist, dass bei ihnen der Spread zwischen Kauf- und Verkaufskurs nicht künstlich erhöht wird, sondern von den angeschlossenen Anbietern abhängt. Damit hat ein Daytrader beispielsweise die Möglichkeit, den EUR/USD mit einer Spanne ab 0,1 Punkten zu handeln, während der Kunde vom Market Maker bis zu 3 Punkte fixen Spread zahlen muss. Bei sehr kurzfristigem Trading ist das ein nicht zu unterschätzender Faktor zwischen Verlust und Profitabilität.

Der ECN/STP-Broker erhält für seine Routing-Tätigkeit eine Provision, etwa wie es bei Aktien üblich ist. Diese ist jedoch zu 100 Prozent von der Handelsgröße abhängig. Wird ein Lot von 100.000 Einheiten gehandelt, beträgt beispielsweise die Kommission zwischen $2 und $8. Kauft ein Trader also einen Lot (beim Forex sind das oft 100.000 Einheiten) und verkauft ihn wieder, sind zwischen $4 und $16 Provision üblich. Das klingt erstmal viel, aber ein Trader mit einem Konto von 2-4.000 Euro sollte in der Regel nicht mehr als 0,1 bis 0,3 Lots handeln. Das wären dann $0,40 bis $1,60 für 0,1 Lot. Beispiel: Ist der EUR/USD Trade mit 100 Pips im Plus ausgestoppt (z.B. 1,1400 auf 1,1500 EUR/USD) worden, hat eine Position von 0,1 Lots einen Gewinn von $100 bei Kosten von rund $1 erzielt. Damit liegt die Provision bei ca. 1%, was durchaus zu verkraften ist.

Doch wie sieht das bei Kryptowährungen aus? Bitcoin, Etherum & Co. werden auf anderen Börsen gehandelt, und dank überschwänglicher Beliebtheit haben sich viele große Broker darum gekümmert, dass diese neuen FX-Paare ebenfalls komfortabel über sie gehandelt werden können. Auch hier gibt es die Unterscheidung zwischen dem CFD und dem echten Krypto-Handel. Dabei fungiert der STP-Broker bei Kryptowährungen auch als technischer Zwischenhändler, um die Digitalwährungen in einem Wallet zu speichern. Damit muss sich der Kunde selbst um nichts kümmern und stellt keinen Unterschied zum normalen Forex-Handel fest.

Grundsätzlich unterscheide ich im weiteren Text meistens nicht zwischen Forex und "Crypto", da es sich meiner Meinung nach eigentlich um keine grundlegend andere Anleger-Klasse handelt. Das kann jeder Leser für sich entscheiden, doch es gelten eigentlich die gleichen Gesetze: Die Wechselkurse haben weder etwas mit Produktion und Zukunftsaussichten zu tun (wie bei Aktien), noch mit Angebot, Nachfrage oder Fördermengen zu tun, wie es bei Rohstoffen normal ist. Sie sollen als Substitut für Währungen gelten, daher sollten sie auch so behandelt werden.

Marktzugang – 4 Punkte

Beim FOREX im ECN/STP-Bereich gelten die gleichen Regeln, wie bei CFDs. Der Marktzugang ist auf Anleger mit der höchsten Risikoklasse beschränkt. Das begründet sich durch die hohen Hebel und die starke Verlustwahrscheinlichkeit.

Das Risiko bei einem ECN/STP-Broker kann tatsächlich noch ein kleines bisschen höher sein als bei einem Market Maker. Denn der europäische Market Maker ist dazu verpflichtet, die Nachschusspflicht bei Retail-Konten auszuschließen. Der Broker, welcher die Order nur routet, hat hingegen keine 100%ige Möglichkeit, den Kunden vor einem Verlust zu beschützen, der über die 100% Eigenkapital hinaus gehen. Hier ist also besondere Vorsicht geboten.

Beim reinen Handel von Kryptowährungen über Coinbase oder ähnliche Börsen ist es jedoch durchaus einfacher, sich einfach bei diesen Börsen direkt anzumelden und los zu handeln. Ich persönlich würde dies allerdings nicht empfehlen. Denn einerseits ist die Handhabe von Kryptos mittels Wallets etwas komplizierter als der Handel über einen ECN/STP-Broker, andererseits ist der Handel dort komplett ohne Netz oder doppeltem Boden. Man begibt sich in einen der unsichersten und (noch immer) unreguliertesten Kapitalmärkte der Welt.

Selbst große Krypto-Börsen wurden gehackt, Coins mit Milliardenschäden gestohlen. Die Zugänge von Wallets können verloren gehen und es gibt keine Regulierungsbehörde, die eine Preisbeeinflussung ahnden könnte. Gerade bei kleineren Coins sind derartige "Pump and Dump" – Attacken an der Tagesordnung und bringen den einen Millionen, was die anderen bezahlen müssen.

Damit ist der Handel außerhalb regulierter Broker tatsächlich eher als Abenteuer abzutun, statt als ernstzunehmende Einkommenstätigkeit. Im regulierten Handel ist man da tatsächlich sicherer.

Doch da es MÖGLICH ist, die Kryptowährungen komplett ohne Vorkenntnisse zu handeln, und die Eröffnung eines Kontos bei entsprechender Börse nur einen Personalausweis und eine "Proof of residence" braucht, gibt es in dieser Kategorie einen Pluspunkt.

Order- und Finanzierungskosten – 4 Punkte

Wie bereits weiter oben erwähnt gibt es bei den meisten ECN/STP-Brokern reine größenabhängige Konditionen. Damit kann die kleine Position genauso gut gehandelt werden, wie eine große.

Außerdem gibt es im Forex bedingt durch den Leverage (= den Hebel) ebenfalls Finanzierungskosten, sofern der Trade über mehrere Tage geht. Das nennt sich SWAP(-Rollover) und ist ein Prozentsatz, der einem Kredit üblich ist. Er bewegt sich zwischen 2 und 20 Prozent pro Jahr. Da die Kontraktgröße bei einem Lot EUR/USD bereits rund 96.000 € (= 100.000 US-Dollar) geliehenes Geld bedeutet, sind die Finanzierungskosten entsprechend merklich. Ein Lot kostet pro Tag somit ca. $4 bis $10, was auf die Größe gesehen jedoch nicht besonders viel ist.

Wir erinnern uns an das Beispiel aus dem CFD-Abschnitt: Ein kleines Handelskonto von 2-4.000 Euro abreitet in der Regel mit 0,1 bis 0,3 Lots, was eine tägliche Kommission von $0,40 bis $1 entspricht. Eine Gewinnmitnahme einer Bewegung von 100 Pips mit 0,1 Lot entspricht $100. Sind diese 100 Pips innerhalb von 2 Tagen erwirtschaftet worden, muss neben der Provision von $0,80 noch eine SWAP-Gebühr von ca. $0,80 abgezogen werden. Mit Gesamtkosten von $1,60 ist der Gewinn von $100 um nur 1,6 % geschmälert.

Ordermöglichkeit – 5 Punkte

Die im CFD-Abschnitt erwähnten Ordermöglichkeiten gelten genauso beim FX-Handel. Die vom Broker bereitgestellte Software vereinfacht das Trading so sehr, dass innerhalb von Sekunden ein neuer Trade eingegangen, oder auch geschlossen werden kann.

Produktliquidität – 4 Punkte

Da ein ECN/STP-Forex-Broker nicht nur auf seiner Plattform handeln lässt, sondern als sogenannter 2nd Tier Broker an ein Liquiditätssystem angeschlossen ist, ist die Liquidität generell ganz gut. Zwar ist der FOREX-Broker kein Market Maker und bietet sich nicht jederzeit als Gegenseite an, doch das ist vor allem in stark gehandelten Märkten kein sonderliches Problem, da hier nahezu immer zeitglich ein Gegenpart für den eigenen Trade gefunden werden kann.

Der FOREX-Markt ist mit einem täglichen Handelsvolumen von ungefähr 7 Billionen US-Dollar der größte und liquideste Markt der Welt. Selbst wenn der Broker bei einem kleineren Liquiditätsprovider angeschlossen ist, kommt es bei den Majors (also den wichtigsten und stärksten gehandelten FOREX-Paaren) nie zu signifikanten Differenzen zwischen Order- und Ausführungskurs.

Trotzdem gibt es hier ebenso wie beim Market Maker das Slippage. Es basiert jedoch in den allerseltensten Fällen daraus, dass der Broker trickst, sondern aus tatsächlichen Marktgegebenheiten, oder im blödesten Fall an einem langsamen Routing zwischen Endkunden, Broker und Liquiditätsprovider.

Skalierbarkeit – 5 Punkte

Die Skalierungsmöglichkeit beim FOREX-Markt ist vermutlich die Beste, die man haben kann. Vorausgesetzt natürlich es handelt sich um einen ECN/STP-Broker.

Denn sowohl auf der Unterseite als auch auf der Oberseite kann das Trading nahezu unendlich skaliert werden. Wer mit einem sehr kleinen Konto von 500 Euro handeln möchte, der nutzt den sogenannten Micro-Lot (= 0,01 Lots) und verdient pro Pip EUR/USD ca. 0,09 €. Wer ein Millionenkonto besitzt, kann auch mit 50 Lots handeln. Er verdient oder verliert dann pro Pip 440 €. Bei einer Strecke von 100 Pips (z.B. von 1,1400 auf 1,1500 EUR/USD) bekommt oder verliert der eine Trader dann 9 Euro, der andere 440.000 €.

Viele FOREX-Broker begrenzen zwar die maximal handelbare Lotgröße auf 50 oder 100, aber selbst da ließe sich theoretisch mit umgehen: Dank entsprechender Software können einem Handelskonto unendlich viele andere angeschlossen werden.

Dies ist übrigens auch für Investoren interessant, die selbst gar nicht handeln möchten. Sie suchen sich ein Follower-Konto auf einschlägigen Webseiten und verknüpfen sich damit. In ihrem Konto werden nun die gleichen Trades durchgeführt, wie beim Hauptkonto. Natürlich im Risiko angepasst, sodass die Lot-Größe der Kontogröße angeglichen wird.

Kapitalbedarf – 5 Punkte

Die Mindest-Kontogröße beim FOREX ist sehr überschaubar. Wer sehr klein traden möchte, um Strategien im Echtgeld zu testen, aber wenig verlieren will, der ist im FOREX genauso gut aufgehoben, wie jemand, der aufs Ganze gehen möchte. Schon mit 300 bis 500 Euro kann ein Anfänger starten und seine ersten Trades platzieren.

Mit einer Margin von ca. 35 € pro Micro-Lot und einem durchschnittlichen Verlust von nur 9 € pro Trade kann ein Konto mit ca. 400 Euro bereits vollkommen ausreichen, um mit einer 1%-Verlust-Regelung mehrere Positionen gleichzeitig eröffnen und managen zu können.

Futures

Offen gestanden: Mit Futures Traden zu lernen ist vermutlich nicht die wirklich beste Idee. Zwar eignet sich ein Future-Kontrakt hervorragend fürs Trading, jedoch ist dieser eher etwas für versiertere Händler mit größeren Konten.

Ein Future ist ein Termingeschäft, welches zu aktuellen Zeitpunkt abgeschlossen wird, während das Produkt erst in Zukunft, zu einem zuvor festgesetzten Termin, geliefert werden soll. In der Regel werden mit diesen Futures Rohstoffe, Agrarprodukte, Fleisch, Indizes, Anleihen oder Währungen gehandelt.

Dabei handelt es sich um standardisierte Verträge, welche dank ihrer Allgemeingültigkeit vollkommen beliebig zwischen anonymen Parteien geschlossen werden können. Der Umfang dieser Verträge ist immer gleich. Zum Beispiel:

  • Ein Kontrakt Gold etwa wird immer exakt über 100 Unzen geschlossen. Das sind 2,83495 kg Gold, was bei einem Marktwert von 1.200 USD pro Unze eine Kontraktgröße von 120.000 USD ausmacht.
  • Ein Kontrakt Rohöl beinhaltet 1.000 Barrel. Das entspricht 158.987,30 Liter. Wenn die Sorte Brent $ 80 pro Barrel kostet, bedeutet ein Kontrakt einen Waren-Gegenwert von $ 80.000.

Anhand dieser Zahlen lässt sich schon absehen, dass kleine Trader hier eher wenig aktiv sind. Auch, wenn ein Future dank Einschluss von 5 % bis 10 % mit einem Hebel gehandelt werden kann. Dazu später mehr.

Die Futures haben je nach Produkt unterschiedlich häufige Verfallstermine, welche ebenfalls standardisiert sind. Besitzt ein Trader zu dem Zeitpunkt einen oder mehrere Kontrakte, darf er die Waren zum vorher festgelegten Preis (dem Terminpreis) beziehen. Lässt er liefern, muss das restliche Geld, welches über die Garantiezahlung (den Einschluss) hinaus geht, bei Lieferung zahlen. In der Regel werden jedoch nur 2 % der über Futures gehandelten Waren tatsächlich ausgeliefert.

Am Terminmarkt verhandeln vor allem zwei Gruppen von Markt-Teilnehmern:

  • Die Institutionellen, welche für ihr Unternehmen einkaufen, um gut kalkulierbare Rohstoffe zu bekommen. Das ist z.B. Starbucks, die sich den Kaffee der nächsten Ernte zu einem fixen Preis sichern wollen, oder die Bauern, welche sich einen Mindestbetrag für ihre Waren sichern möchten, ohne zu sehr vom aktuellen Markt abhängig zu sein.
  • Die (zum Teil sehr großen) Trader, welche auf Preisschwankungen spekulieren und sich des Gewinn-Willens gegen die Institutionen positionieren.

Marktzugang – 2 Punkte

Um Futures handeln zu dürfen, muss ein Trader relativ hohe Hürden nehmen. Da es sich dabei um ein Geschäft mit hohen Zahlen und für einen Laien zunächst unüberschaubares Risiko handelt, ist dies auch durchaus in Ordnung.

Die Risikoklasse von Futures ist wie bei CFDs und FOREX die höchste. Es ist ein Totalverlust möglich. Dank dieser Einstufung muss man sich vor dem traden nicht nur legitimieren und sein Risikoprofil angeben, er muss sich zusätzlich einem Kenntnistest unterziehen.

Damit kann ein Trading-Anfänger vermutlich den Bereich der Futures zunächst ad Acta legen.

Order- und Finanzierungskosten – 4 Punkte

Der Bereich Kosten ist im Future-Handel relativ günstig. Dank hoher Volumina können die Beträge des Brokers vernachlässig werden. Was es sonst noch zu beachten gibt, sind die Cost of Carry – also die Haltekosten.

Die Haltekosten basieren auf drei Faktoren, welche sehr abhängig vom Produkt sind:

  • Lagerhaltungskosten – Es versteht sich logischerweise von selbst, dass es etwas kostet, wenn ein Produzent z.B. knapp 160.000 Liter Erdöl lagern, warten und versichern muss. Da die Abnahme erst in der Zukunft erfolgt, muss der aktuelle Besitzer diesen Preis auf seine Future-Optionsgebühr aufschlagen. Dabei gilt: je schwieriger die Waren lagerbar sind, desto höher ist dieser Betrag. Bei Gold etwa sind die Versicherungs- und Verwaltungskosten bedingt durch Umstände wie Diebstahlsicherung recht hoch, dafür Lagerkosten durch den geringen Platzbedarf recht klein.
  • Zinskosten – Wer eine Ware für einen Gegenwert von $ 150.000 sichert, aber nur $ 15.000 als Sicherheit hinterlegen muss, der braucht entsprechend eine Finanzierung durch den Produzenten. Der lässt sich den Kredit nach marktüblichen Zinsen bezahlen.
  • Erträge aus dem Besitz eins Investitionsgutes – Gegen die Kosten wirken bei bestimmten Produkten wie Indizes die Einnahmen, wie Dividenden und Bezugsrechte, welche sich positiv gegen die Finanzierungskosten aufrechnen.

Alles in allem ist der Betrag, welcher für die Haltekosten aufgerechnet werden im kurzfristigen Handel kaum der Rede wert. Sie können sogar positiv sein, je nachdem ob ein Produkt gerade einen Angebots- oder Nachfrageüberschuss hat, und wie ein Trader positioniert ist: Ob LONG oder SHORT.

Dadurch, dass die meisten Produkte und Handelswaren bei Futures in US-Dollar gehandelt werden, kommt auch noch ein eventuelles Wechselkurs-Risiko hinzu.

Ordermöglichkeit – 4 Punkte

Der Future-Handel ist dank seiner standardisierten Produkte auch recht einfach, sobald der Trader dafür freigeschaltet wurde. Das liegt vor allem daran, dass der Future-Handel vor allem auf Profis ausgelegt ist und nicht bei jedem x-beliebigen Broker durchgeführt werden kann.

Es braucht dafür spezielle Software und Marktzugänge, die auf viel Endkunden-Schnickschnack verzichten und nur "rohe" Buchungsmasken zeigen. Wird das Produkt über sein Kürzel ausgewählt und die Menge, sowie Preis angegeben, ist ein Order innerhalb von wenigen Sekunden gesetzt und wartet auf Ausführung.

Produktliquidität – 5 Punkte

Die Ausführung ist durch den regen Handel von wirklich sehr großen Markt-Teilnehmern kein Problem. Die meisten Händler werden wohl nur einen oder zwei Kontrakte gleichzeitig handeln, und befinden sich damit am aller untersten Ende der Ordergröße. Wenn Institutionen und Produzenten auftreten, findet sich schnell eine Gegenseite, die den Kontrakt "fillt", also eingeht.

Im Gegensatz zu anderen Trading-Produkten sind hier auch Slippage-Verluste kaum zu befürchten.

Skalierbarkeit – 2 Punkte

Die Beschaffenheit von Future-Verträgen zeigt schon das Manko für den jungen Trader: Eine Skalierung ist nur sehr schwer möglich.

Das Problem liegt vor allem an der Kontrakt-Größe. Während wir bei Aktien bereits die Stückelbarkeit von "teuren" Aktien monierten, die gut und gerne mal über $ 1.000 kosten, dann müssen wir bei Futures schon schlucken: Der Einschluss eines Futures liegt teilweise bei über $ 10.000. Und dazu lässt sich der Kontrakt nicht weiter verkleinern. Es gibt nur ein, zwei, oder X Kontrakte, keinen "halben" Future.

Und das, obwohl der Future bereits einen interessanten Hebel beinhaltet, der meistens zwischen 10 und 20 liegt. Das bedeutet, mit einem Eigenkapital von $ 5.000 lassen sich Reale Handelswaren im Gegenwert von bis ca. $ 100.000 bewegen. Das ist ein wichtiger Pluspunkt für die Skalierung.

Kapitalbedarf – 1 Punkt

Die Frage "Wie viel Geld sollte man haben, um mit Futures zu handeln?" kann man nur mit "ziemlich viel" beantworten.

Zwar muss man hier nicht unbedingt die 1 Prozent-Regel ansetzen, da Futures in der Regel um bestimmte Bereiche schwanken, und das Risiko eines Ausfalls nahezu nicht gegeben ist, aber selbst wenn der Trader 10% ins Risiko gehen möchte, bräuchte er bei einem Future mit einem Einschluss von $ 9.000 bereits ein Konto in der Größenordnung von $ 100.000 und aufwärts.

Wer das Geld nicht hat, sollte sich alternativ mit Optionen oder CFDs auseinandersetzen. Zweitere sind zwar im Vergleich zu Futures in der Kostenstruktur um einiges schlechter gestellt, aber gerade für kleinere Konten kann es durchaus Sinn machen, mit einem Rohstoff-CFD zu handeln, statt den Future-Kontrakt zu nutzen.

Alles in Allem ist der Future vermutlich eines der besten und ehrlichsten Produkte, um Kurz- und mittelfristiges Trading zu betreiben. Wenn dann eben die Kontogröße dazu passt.

Trading Broker

Nachdem ausführlich auf unterschiedliche Produkte eingegangen wurde, mit denen man kurzfristig traden kann, soll eine weitere wichtige Komponente besprochen werden: Der Broker. Auch hier gibt es viele unterschiedliche Ansätze, die es zu beachten gilt. Und je nach gewähltem Produkt und Handels-Stil variieren die Ansprüche ebenfalls.

Der Broker wickelt die Transaktionen ab, welche vom Kunden eingegeben werden. Vor der Internet-Ära musste man seinen persönlichen Ansprechpartner anrufen, und ihm die gewünschte Order diktieren. Dieser hatte dann tatsächlich Mitarbeiter auf dem "Parkett", die sich um den Handel kümmerten. Das war mühsam und führte dazu, dass das kurzfristige Traden beschwerlich, ja ein Vollzeit-Job war.

Mit dem Broker telefonieren?

Diese Zeit ist zum Glück längst vorbei. Heutzutage gibt es eigentlich keinen Grund mehr, dass man von einem Broker angerufen und "belästigt" wird. Es sei denn, man möchte als Anfänger beraten werden. Doch hier ist Vorsicht geboten: Der einzige Broker-Zweig, in dem es noch üblich ist zu telefonieren, ist der des Market Maker. Hier bieten sich Callcenter-Mitarbeiter als Berater an.

Doch Tipps und Unterstützung sind eher rudimentär, sie wissen selbst nur wenig über gutes Handeln. Wenn überhaupt, kann ein solcher Mitarbeiter einem bei der Bedienung der Handelssoftware helfen, und auf Anfragen etwas über Positionsgrößen erzählen. Doch man sollte sich nichts vormachen: Dieser Betreuer bekommt Provisionen darauf, dass das Konto aktiv gehandelt wird, nicht, dass man damit gewinnt.

Diese Masche dient einzig dem Zweck, dass der User bei Laune gehalten wird und weiter tradet. Entweder, bis er profitabel ist, oder bis er sein Geld verloren hat. Da statistisch betrachtet (leider) ca. 80 % aller Trader, und vermutlich 99 % aller Trading-Anfänger verlieren, liegt die Vermutung nahe, dass man einfach die Vernichtung des Kunden-Kontos beschleunigen möchte.

Mir selbst ist es ebenso ergangen: Ich bekam pünktlich am Anfang jeden Monats einen Anruf. Die nette Frauenstimme fragte mich, wie sie mich unterstützen könne und ob sie mir irgendwie helfen kann. – Und dann verdoppelte ich mein Konto in weniger als 3 Monaten und plötzlich bekam ich keinen Anruf mehr…

Ein Freund von mir bekam erst dann Unterstützung, als er sein Konto massiv hoch gehandelt hatte. Der Mitarbeiter wollte ihm helfen, noch besser zu werden. Doch statt mehr Renditen zu erwirtschaften, war mein Freund durch die gut gemeinten Tipps des Callcenter-Mitarbeiters eher irritiert. Am Ende waren die meisten Gewinne wieder vom Markt gefressen.

Besser also, sie sind argwöhnisch, wenn ein Callcenter-Mitarbeiter anruft und ihnen "helfen" möchte.

Bester Broker fürs (Day-)Trading

Was macht einen guten Broker aus, wenn man professionell Daytrading betreiben oder zumindest kurzfristig traden möchte? Welcher ist der beste Broker für diesen Bedarf, welcher ist gut und seriös?

Zunächst einmal sollte erwähnt sein, dass es zwar immer noch möglich ist, bei einem "schwarzen Schaf" zu landen, die Wahrscheinlichkeit mit ein wenig Wissen und gesundem Menschenverstand bereits massiv abnimmt. Und auch dank stärkeren Regulierungen durch ESMA und Regulierungsbehörden sind die Chancen signifikant gesunken, in einer unseriösen "Klitsche" zu landen.

Regulierung

Zunächst einmal sollte erwähnt sein, dass es zwar immer noch möglich ist, bei einem "schwarzen Schaf" zu landen, die Wahrscheinlichkeit mit ein wenig Wissen und gesundem Menschenverstand bereits massiv abnimmt. Und auch dank stärkeren Regulierungen durch ESMA und Regulierungsbehörden sind die Chancen signifikant gesunken, in einer unseriösen "Klitsche" zu landen.

Wer besonders auf Sicherheit bedacht ist (was man auf jeden Fall sein sollte, wenn man das traden erst noch lernen möchte), der sollte sich in jedem Fall einem europäischen Broker zuwenden. Einen europäischen Broker erkennt man an der Bezeichnung der Regulierungsbehörde. Denn je nach Staat sind unterschiedliche Regulierungen zuständig.

In Deutschland ist z.B. die BaFin für die Aufsicht und Überwachung von Finanzdienstleistern, Banken und Brokern zuständig. Jedoch sind die allerwenigsten international aktiven Broker in Deutschland registriert. Mit gutem Grund, denn hierzulande sind die Regulierungsbemühungen mittlerweile so abstrus hoch, dass sich ein Betrieb eines Brokerhauses nicht mehr lohnt. Fast alle größeren Namen sind deswegen mindestens ins europäische Ausland abgewandert, oder werden von dort aus administriert.

Eine der bekanntesten Regulierungsbehörden ist die CySEC. Das ist ein noch relativ junge Regulierungsbehörde von Zypern, sie wurde mit Beitritt von Zypern zum europäischen Wirtschaftsraum 2004 gegründet. Hier sitzen mittlerweile eigentlich die meisten in Europa zugelassenen Broker. CySEC-regulierte Broker durfte bis Ende 2016 noch Bonusguthaben für Einzahlungen und aktives Handeln ausgeben. Das ist jedoch mittlerweile verboten. Einerseits ist die schade für den Trader, da er das Guthaben als zusätzlichen Verfügungsrahmen nutzen konnte, andererseits nutzt es ihm. Denn nun besteht die einzige Möglichkeit zur Offerierung finanzieller Vorteile darin, günstigere Handelsgebühren anzubieten. Daytrader kommen damit sogar langfristig besser davon. Bei der CySEC regulierte Broker haben eine Einlagensicherung von 100.000 Euro.

Die britische FCA (Financial Conduct Authority) genießt unter Tradern und Brokern ebenfalls einen sehr guten Ruf. Sie ist eine unabhängig arbeitende Behörde in Großbritannien. Auch nach dem Brexit wird die FCA wohl eine Institution bleiben, bei der hohe Sicherheitsstandards gelten. Die FCA ist besonders für ihre regelmäßigen Kontrollen bekannt, die Unregelmäßigkeiten schnell aufdecken und eliminieren. Da sich die FCA in England befindet, gilt hier eine Einlagensicherung je Kunde von 50.000 Euro.

Im weiteren Ausland wären noch die SEC (Securites and Exchange Commission) und CFTC (Commodity Futures Trading Commission) zu nennen. Sie sind in der USA für Recht und Ordnung unter den Brokern zuständig. Gerade die Amerikaner haben sich dem Kampf gegen kurzfristigen Handel für Privatpersonen verschrieben. Daher ist Daytrading bei einem SEC-regulierten Broker nur dann möglich, wenn man mindesten 20.000 US-Dollar an Barreserven auf seinem Depotkonto hat.

Auch Australien ist mit der ASIC einer der bekannteren Broker-Regulierer. Hier sind die Anforderungen an die Broker niedriger, und die in Europa üblichen Hebel, welche nach MiFid II gelten, sind hier nicht der Rede wert. Doch dass es hier möglich ist, weiterhin mit Hebeln von 200 oder mehr zu handeln, ist nicht gleich als unseriös zu werten.

Weitere Regulierungsbehörden lassen sich nach Land aufgeschlüsselt bei der Bafin nachlesen.

Kundengeld-Sicherheit

Was passiert eigentlich, wenn der Broker pleitegeht? Ist dann das Geld des Traders komplett weg? Diese Frage sollte man sich immer stellen, bevor man bei einem Broker traden will.

Wer auf die Regulierung einer bekannten europäischen Behörde achtet, der kann mit einer relativ großen Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die Gelder durch die Einlagensicherung gedeckt sind. Außerdem sind die Broker in den meisten Ländern dazu verpflichtet, die Kundengelder separat zu halten, wodurch sie nicht in die Insolvenzmasse einfließen dürfen.

Doch in der Realität kann das Ganze natürlich ganz anders aussehen. Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Broker möglichst offen und ausführlich über seine Sicherungsmaßnahmen informiert und sich nicht vor Fragen versteckt. Die Webseite sollte darüber Auskunft geben.

Ein- und Auszahlung

Die Zahlungsabwicklung bei Brokern kann sehr stark variieren. Wer Angst davor hat, auf einen unseriösen Broker hereinzufallen sollte im nächsten Schritt abfragen, wie die Zahlungsmodalitäten aussehen.

Einige Broker bieten nicht nur eine sehr überschaubare Anzahl an Einzahlungsmöglichkeiten an, sie verlangen zusätzlich noch eine "deposit fee", eine Gebühr für die Einzahlung. Wenn man also nur per PayPal und Kreditkarte einzahlen kann, und die Kartengebühren oder eine Einzahlungspauschale entrichten muss, dann sollte man sich von diesem Broker besser verabschieden. Die Gebühren müssen nicht sein.

Auch bei der Auszahlung legen einem vor allem kleinere Broker Steine in den Weg. Normalerweise sollte eine Auszahlung so einfach sein, wie die Einzahlung. Dabei ist es noch verständlich, wenn es eine Minimum-Auszahlungsgrenze gibt, doch wenn auch bei der Auszahlung Kosten für den Kunden entstehen, dann weist das auf eine merkwürdige Gebührenstruktur hin.

Der Kunde muss hier besonders aufpassen: Denn auch wenn mit "ohne Einzahlungsgebühren" geworben wird, können eben noch die Auszahlungsgebühren dazukommen. Dieses Gebaren sollte nicht akzeptiert werden und mit der Schließung des Kontos einhergehen.

Weiterhin kann es in modernen Zeiten nicht akzeptiert werden, wenn sich ein Broker mit der Zahlung oder Verbuchung des Geldes mehr als 3 Werktage Zeit lässt. Dauert es länger, müssen offensichtlich die Zahlungen manuell durchgeführt werden. Unseriöse Broker lassen sich vor allem bei der Auszahlung Zeit.

Schnelle Trade-Eingabe

Besonders wichtig für Daytrader und kurzfristige Händler ist ein Broker, dessen Buchungsmaske für Trades schnell und intuitiv bedienbar ist. Dafür haben die Broker unterschiedliche Lösungen entworfen.

Viele Broker haben ein selbst entwickeltes Online-Trading-Tool, welches dem User die Ordereingabe vereinfachen soll, lassen aber auch das Traden über Drittanbieter-Software zu. Später soll detaillierter auf die unterschiedlichen Möglichkeiten eingegangen werden.

Neben den verschiedenen Software-Lösungen gibt es auch noch zu beachten, dass ein Trade vor allem dann schnell eingegangen werden kann, wenn das System intuitiv geschieht. Ist sofort klar, wie viele Aktien im CFD gehandelt werden? Wie hoch ist die Margin und wie wirkt sich das Ganze auf das Eigenkapital aus? Welchen Umfang hat ein Kontrakt beim CFD, oder wie ist die Spezifikation des FOREX-Paares? Weiß man während der Trade-Eingabe, wie sich ein Pip auf den Kontowert auswirkt?

Diese Punkte sind zwar auch zum Teil eine Frage der Erfahrung, aber da bei CFDs beispielsweise die Vorgehensweise nicht standardisiert ist, können sich abhängig vom Broker große Unterschiede auftun. Ein Trader, der sich einmal auf einen Broker eingerichtet hat, tut sich deswegen relativ schwer die Plattform zu wechseln.

Ausreichend viele Instrumente

Je größer und bekannter ein Broker, desto mehr Instrumente kann er anbieten. Das gilt sowohl für Market Maker, also auch für reine Abwicklungsdienstleister.

Anhand von CFD-Brokern ist das besonders gut zu erkennen. Denn im Vergleich zum "freien" Markt muss der Broker für jedes handelbare Produkt eine entsprechendes Derivat aufsetzen. Und diesen Aufwand wiederum würde kein Broker auf sich nehmen, wenn er nicht genau weiß, dass das Produkt häufig genug gehandelt wird, damit es sich für ihn lohnt.

Kleine Broker tun sich klassischerweise eher schwer mit der Auflage von vielen Derivaten.

Doch ganz abgesehen davon ist es natürlich auch für den Trader von Vorteil, möglichst viele Instrumente handeln zu können. Denn es ist kaum etwas frustrierender, als eine sehr gute Trading-Chance in einem Instrument zu finden, nur um dann festzustellen, dass der Broker das Produkt nicht handeln kann.

Hier haben normale Online-Broker in der Regel die Nase vorn, da dort keine Derivate gehandelt werden, sondern alle Produkte im Direkthandel. Zwar können auch hier noch länderspezifische Unterschiede entstehen, etwa, wenn man eine italienische oder indische Aktie handeln möchte, doch die Produktpalette ist dort am größten.

Bei FOREX-Brokern ist auch die Zahl der handelbaren Währungspaare relevant. Doch darauf sollte man sich definitiv nicht versteifen, da dies nicht der einzige Faktor für einen guten Anbieter ist. Viel wichtiger, als die Zahl sind dort die Spreads der Produkte!

Niedrige Spreads

Ein guter Broker sollte neben einer angemessenen Produktpalette auch bei den Produkten selbst für Fairness sorgen. Gerade, wenn man kurzfristig traden möchte, fallen die Spreads sehr stark ins Gewicht.

Im Grunde ist es egal, welches Produkt man handelt, einen Spread – also die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs – gibt es immer. Käufer möchten dabei das Instrument möglichst günstig bekommen und bieten einen Betrag unterhalb des Durchschnittskurses, Verkäufer wollen den besten Preis bekommen und bieten einen Betrag oberhalb des Durchschnittskurses. Dazwischen treffen sich diejenigen Trader, deren Order gerade ausgeführt wurden.

Handelt man bei einem Broker, der als STP (Straight Through Processor) arbeitet, kann dieser dank Anschluss an eine oder mehrere Börsen diesen Spread möglichst klein halten. Ein Forex-Broker kann so einen Spread auf fast null drücken. Eine Spread von 0,1 Pips im EUR/USD würde bedeuten, dass der Kaufkurs 1,13800 USD/EUR und der Verkaufskurs 1.13799 USD/EUR betragen würde. Bei einem Spread von 3 Pips hingegen müsste der Trader beim Verkauf einen Kurs von 1.13770 USD/EUR hinnehmen.

Während diese "Kurslücke" auf einen langfristig ausgelegten Trade äußerst wenig Auswirkung hat, wäre ein Daytrader um einen zumeist beträchtlichen Prozentsatz seines angestrebten Gewinns erleichtert worden. Bleiben wir beim vorherigen Beispiel des EUR/USD, bewegt sich ein Kurs am Tag im Schnitt zwischen ca. 15 und 150 Pips pro Tag. Und nicht zuletzt im Scalping, also dem extrem kurzen Handel innerhalb weniger Sekunden, könnte eine Profitabilität gar nicht entstehen.

Wozu würde ein Broker also seinen Spread extra erhöhen wollen? Ganz einfach: Das kann eine der Finanzierungsmöglichkeiten eines Brokers sein. Wenn ein FX-Broker beispielsweise keine Kommissionen berechnen möchte, kann er den Spread künstlich heraufsetzen.

Angenommen ein durchschnittlicher Spread am Markt läge bei 0,2 Pips, und der Broker verlangt vom Trader 1,5 Pips fixem Spread, verdient der Broker damit immerhin 1,3 Pips pro "round trip" (= 1x Kauf und 1x Verkauf). Wird dabei ein voller Lot gehandelt (1x 0,5 Lots Kauf, und 1x 0,5 Lots Verkauf), wurden insgesamt 100.000 Einheiten gehandelt. Damit verdient der Broker im EUR/USD bei diesem Trade ($ 100.000 * 1,3 Pips / 10000 (da 4-digit-Währung) = ) $13. Bei Commission-based Brokern hingegen kann ein gleicher Trade auch schonmal nur $3 kosten.

Und dabei gibt es durchaus Broker, die bis zu 3 Pips bei diesem Währungspaar verlangen! Beim Traden sollte also durchaus auf diesen Punkt geachtet werden. Das ist gar nicht so kompliziert, denn die meisten Broker veröffentlichen ihre Spreads auf ihrer Homepage.

Zuletzt sollte in diesem Zusammenhang noch auf die Unterscheidung zwischen Majors, Minors und Exotics hingewiesen werden. Denn viele Broker wissen genau, dass Anfänger vor allem auf 1-2 Währungspaare achten und die anderen vernachlässigen. Es hat sich somit eingebürgert, dass Paare, die häufig gehandelt werden, wie etwa EUR/USD oder USD/JPY, extra kleine Spreads haben, damit das Trading günstig aussieht. Doch sollte man auf die Idee kommen andere Produkte zu handeln, ist die Ernüchterung unter Umständen groß: Hier wird dann im Spread richtig zugeschlagen!

Schnelle Ausführung

Das sogenannte Slippage ist auch ein wichtiger Faktor, den ein seriöser Broker bereits auf seiner Webseite kommuniziert. Zumindest bei Market Makern aus dem Bereich FOREX und CFD ist dies besonders wichtig.

Denn wie in einem vorigen Abschnitt erwähnt, könnten Market Maker auf die Idee kommen, durch einen Algorithmus dafür zu sorgen, dass bei schnelleren Bewegungen ein automatisch schlechterer Kurs zur Ausführung kommt. Ich selbst erinnere mich an meinen ersten CFD-Broker (ich nenne keine Namen), bei dem in schnelleren Bewegungen grundsätzlich schlechte Ausführungen entstanden waren. Zudem loggte sich die Handelsplattform in schnelleren Phasen gerne ohne Vorankündigung aus, während mein Login in ruhigen Phasen über Tage bestehen konnte. – Aber ein Schelm, der böses denkt. Diesen Broker gibt es auch heute noch, ob diese "Probleme" behoben wurden, weiß ich nicht.

Natürlich kann auch ein an einen Liquiditätsprovider angeschlossener Broker das Slippage nicht ausschließen. Und wenn der Provider klein ist, können auch hier die Differenzen zwischen Order- und Kaufkurs beträchtlich sein. Doch das lässt sich dann tatsächlich durch die Marktbegebenheiten erklären.

Geringe Gebühren

Dieses Thema war ebenfalls schon öfter im Gespräch: Der Broker sollte das richtige Preismodell fürs Daytrading mitbringen. Das bedeutet: die Gebühren sollten so gering wie möglich gehalten werden.

Damit ist nicht gemeint, dass Jemand, der das Traden erlernen möchte nun wochen- oder monatelang nach dem allerbilligsten Broker suchen sollte. Das ist vergebene Liebesmühe, denn gerade Anfängern fehlt hier noch das Gefühl.

Viele Broker im FOREX und CFD-Bereich werben mit Kommissionsfreien Ausführungen. Wie vorher bereits erwähnt sind dann die Spreads um einiges höher. Hier muss genau nachgerechnet werden! Wenn die Differenz zwischen den Spreads in der Regel "nur" 0,4 Pips beträgt, wäre die Gebühr pro Standard-Lot 4 USD. Das wäre ein annehmbarer Betrag.

Doch wenn ein FOREX und CFD-Broker ganze 3 Pips Kommission nimmt, dann ist seine Nachricht ganz klar: Daytrader sind hier nicht erwünscht. Hier wären pro 100.000 gehandelte Einheiten eine Gebühr von über 30 USD (bzw. entsprechende Geldeinheiten) zu zahlen. Das ist schon sehr viel, kann aber bei den Minor oder Exotics noch mehr sein.

Niedrige Halte- & Über-Nacht Gebühr (Rollover/Swap)

Für Trader von CFDs und andern Hebelprodukten (Wie FX), die ihre Positionen über Nacht halten, sind die Swaps, bzw. Rollover-Gebühren ebenfalls von Bedeutung. Diese werden bei seriösen Brokern ebenfalls angezeigt.

Swap

Ein Swap ist eine Gebühr, welche der Kunde für das Halten eines Instruments über Nacht bezahlt. Sie wird dadurch begründet, dass der Anbieter Finanzierungskosten hat. Wenn ein Trader mit einem Hebelprodukt handelt, hinterlegt er typischerweise einen Mindestbetrag, der Rest wird vom Broker finanziert. Diese Finanzierung wird mit einem marktüblichen Prozentsatz verzinst.

Handelt der Trader zum Beispiel ein Lot des FOREX-Paars EUR/USD und hält diesen über Nacht, leiht er sich faktisch knapp 100.000 US-Dollar (Minus Sicherheitshinterlegung). Bei einem angenommenen Jahreszins von 3 Prozent muss der Händler nun ein 360tel von 3.000 US-Dollar Finanzierungskosten pro Nacht bezahlen. Das wären in diesem Fall rund 8,33 US-Dollar.

Dabei muss der Trader mit einer Long-Position diesen Betrag direkt von seinem Trading-Konto bezahlen.

Eine Besonderheit besteht dann, wenn der Trader eine Short-Position hält. Denn hier muss er kein Geld leihen, sondern verleiht es. Dafür wird dem Short-Trader sogar eine Gutschrift gewährt. Die ist jedoch in der Regel um einiges niedriger als die Finanzierungskosten einer Long-Position. Bevor nun der eine oder andere pfiffige Trader auf dumme Gedanken kommt: Es ist nicht wirklich möglich damit gezielt Geld zu verdienen, indem man extra Overnight-Positionen aufbaut!

Rollover

Ein Rollover ist im Vergleich zum Swap ähnlich gelagert, und wird beim FOREX-Markt synonym verwendet. In anderen Märkten gibt es hingegen einen Unterschied: Bei Futures beispielsweise bezeichnet der Rollover die Kosten, welche sich ergeben, wenn man einen Future-Kontrakt schließt und direkt einen anderen, gleichwertigen Kontrakt zu eröffnen. Das ist immer dann der Fall, wenn der aktuelle Kontrakt ausläuft, und der Trader den Kontrakt länger halten möchte.

Ein Beispiel:
Es ist Anfang August, der Trader kauft einen Dezember15-Kontrakt Gold (d.h. er bekommt Mitte Dezember zum aktuellen Preis Gold geliefert). Der Käufer hat sich aber dafür entschieden, die Lieferung weiter in die Zukunft zu verschieben, und der 15. Dezember steht kurz bevor. Nun muss der Trader diesen Kontrakt verkaufen, und kauft im Gegenzug einen Kontrakt für de März nächsten Jahres.

Der Preis des März15-Kontrakts ist jedoch nicht gleich dem Preis des Dezember-Kontrakts, da Finanzierungskosten, und weitere typische Kostenbestandteile in den Zeitwert eingerechnet werden müssen. Die Folge: Der Trader zahlt einen Aufschlag.

Dieses Verfahren wird als "Rollover" (oder auf Deutsch "rollen") bezeichnet.

Ausreichend Margin

Die Margin ist vor allem beim Trading von Hebelprodukten relevant. Als ich auf die besten Produkte für Trader eingegangen bin, hatte ich sie bereits erwähnt: Die Margin ist der Hebelsatz, mit dem man ein Instrument handeln kann. Der ist von Produkt zu Produkt sehr unterschiedlich, und kann auch innerhalb eines Produktes grundlegend anders sein.

Vor allem im Future-, CFD- und FOREX-Markt ist die Margin von Bedeutung. Da die wenigsten Trading-Anfänger mit den Futures anfangen, gehe ich folgend stärker auf die Margins von CFDs und FOREX ein.

Ein Hebel von 1:30 bedeutet zum Beispiel, dass ein Trader mit der Sicherheitshinterlegung von 1 Euro ganze 30 Euro fremdfinanziert bekommt. So muss für einen Kontrakt EUR/USD eine Sicherheit von 3,500 USD hinterlegt werden.

Ebenfalls schonmal erwähnt wurde die Tatsache, dass wir im europäischen Wirtschaftsraum seit spätestens 2018 einer Regulierung unterworfen sind, die den Kleinanleger vor Totalverlust schützen soll. Diese bezieht sich vor allem auf die Margin-Regeln. Denn bevor die MiFid II Richtlinie in Kraft getreten ist, konnte der Broker / Market Maker den Hebelsatz selbst bestimmen.

Und da der Broker natürlich weiß, dass ein Laie sich gerne überhebelt, bot er seinen Kunden einen Hebel von bis zu 1:500 an.

Was bedeutet das? Der Kunde konnte sich 100.000 US-Dollar mit lediglich 200 US-Dollar Sicherheitshinterlegung leihen. Das verführt Kleinstkonten-Inhaber ganze Kontrakte zu handeln, statt "nur" einen Micro-Lot, also 1.000 USD.

Das Problem an dieser Geschichte ist jedoch, dass diese 200 USD an Sicherheitshinterlegung sofort weg sind, wenn sich der Kurs auch nur minimal bewegt. Dann bekommt der Trader einen sogenannten "Margin-Call" und alle seine Positionen werden aufgrund des Aufbrauchens der Sicherheitshinterlegung geschlossen.

Zum Verständnis: Wer einen ganzen Kontrakt handelt, der bekommt oder zahlt pro Tick (= 0,0001 Veränderung im Währungspaar EUR/USD) 10 USD. Mit anderen Worten, eine Bewegung von 0,0020, oder 20 Ticks führt bereits zur Schließung der Position. Der EUR/USD bewegt sich allerdings bereits an mittelmäßig volatilen Tagen um 50-80 Ticks. Dadurch wird das Treffen eines genauen Punkts für den Trader zum Glücksspiel.

Ein seriöser Broker verzichtet daher auf das Angebot von zu hohen Hebeln. Diese sind für den Endkunden immer mit zu vielen Nachteilen verbunden.

Nach Inkrafttreten der neuen EU-Richtlinie hat sich diese Praxis für europäisch regulierte Broker erledigt. Ihnen sind klare maximale Hebelsätze auferlegt worden. Hier lassen sich gute von schlechten Brokern gar nicht mehr voneinander unterscheiden.

Garantierte Stoppkurse

Geht ein Trader eine Position ein, versucht er diese fast immer durch einen Stopp-Loss abzusichern. Dieser liegt in einige Entfernung und führt dazu, dass die Position automatisch glattgestellt wird, sollte der Kurs diese Marke erreichen.

Nun kann es aber so sein, dass die Umstände gegen einen laufen. Etwa, wenn der Markt nicht liquide ist. Es also keinen Gegenpart zu dem Preis findet. Manchmal überspringt der Kurs auch den Stopp-Loss und löst ihn nicht aus. Oder eine Zentralbank ändert eine Richtlinie über Nacht (siehe Schweiz) und der Wechselkurs schwankt ganz plötzlich. In allen Fällen hat der Trader mit seinem Stopp-Loss ein Problem: er wird nicht, oder verspätet ausgeführt, es entsteht ein großes Slippage.

Vor allem Market Maker, aber auch einige Liquiditäts-Broker, bieten deswegen einen garantierten Stopp-Loss an. Dieser kostet in den meisten Fällen zwar einen kleinen Aufschlag als Gebühr, dafür ist der Trader dann aber vor den meisten Worst-Case-Szenarien geschützt. Es ist eine Versicherung für böse Überraschungen.

Bietet ein Broker garantierte Stoppkurse an, ist das ein Indiz dafür, dass er zu der seriöseren Klientel gehört. Andererseits bedeutet allerdings ein Fehlen von garantierten Stoppkursen nicht, dass der Broker sofort ein schwarzes Schaf der Branche ist.

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